Flutschäden: Sachsen steckt 1 Million Euro in Wehranlage

Aufgrund der Bauarbeiten bleibt der Gondelteich in Schönfels bis Ende März ohne Wasser. Das Land hat Mehrkosten nach der Ausschreibung abgesegnet.

Schönfels.

Ab Juni soll die gesamte Wehranlage am Gondelteich im Lichtentanner Ortsteil Schönfels erneuert werden. Dafür stellt der Freistaat innerhalb des Programms zur Beseitigung der Hochwasserschäden mehr als 1 Million Euro bereit. Mit den Arbeiten haben die Gemeinderäte am Montagabend ein Lengenfelder Bauunternehmen beauftragt. Das sogenannte Überlaufbauwerk sei durch die letzten Hochwasser arg in Mitleidenschaft gezogen worden, begründete Rathauschef Tino Obst (parteilos) die Dringlichkeit. Bis zur Fertigstellung im März kommenden Jahres bleibe der Gondelteich abgelassen.

Wie Hendrik Häupel von einem Dresdener Ingenieurbüro vor den Gemeinderäten erklärte, würden die Bauleute zunächst mit dem Ausheben von Baugruben und Stahlbetonarbeiten loslegen, in der kalten Jahreszeit seien dann die Wehrklappen und Steuerung an der Reihe. "Wir haben hier eine aufwendige Konstruktion, die die Klappen betätigt", fügte der Planer an. Nach Darstellung von Rathauschef Obst haben die Fachleute in Abstimmung mit der unteren Wasserbehörde mehrere Jahre nach der optimalen Umsetzung des Bauprojekts gesucht. Die damit verbundenen hohen Baukosten begründete Obst vor allem mit der Einstufung der dortigen Mauer als Talsperre. So hatte die Kommune zunächst mit 729.000 Euro kalkuliert. Da das Submissionsergebnis jedoch bei 1 Million Euro lag und sich letztlich nur ein Baubetrieb an der Ausschreibung beteiligte, hatte die Sächsische Aufbaubank weitere 424.000 Euro Fördermittel genehmigt. "Darüber sind wir natürlich glücklich", freut sich das Gemeindeoberhaupt.

Damit steht der Bürgermeister nicht allein. Auch die Gemeinderäte hatten mehrfach während der Diskussion klargestellt, wie wichtig dieses Bauvorhaben für den Ausflugsort und dessen Einwohner ist. Und dennoch hätte sich Gemeinderätin Helga Strobelt (Linke) angesichts des Millionenprojekts im Vorfeld eine Vor-Ort-Begehung gewünscht. In diesem Zusammenhang hakte aber Gemeinderat Falk Müller (CDU) mit dem Hinweis ein, dass die Sanierung des Überlaufbauwerks am Dorfteich in der Vergangenheit schon mehrfach im Technischen Ausschuss diskutiert worden sei. Dort hätten die Mitglieder des Gremiums unter anderem auch über technische Details gesprochen. Im Fazit der Diskussion im Gemeinderat fasste Planer Häupel zusammen, dass die Erneuerung eine Herausforderung darstellt. "Die Wehranlage ist ein anspruchsvolles Bauwerk", stellte der Experte klar. Schließlich müsse die Anlage in der Lage sein, "selbststeuernd zu arbeiten".

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