Forscher bringt Buch heraus

Er erzählt die Geschichte eines jüdischen Arztes

Glauchau.

Der ehemalige Glauchauer Konstantin Seifert hat ein Buch veröffentlicht, das sich mit der Geschichte eines jüdischen Arztes aus Niederlundwitz beschäftigt.

Hintergrund: Es war im Sommer 1934, als der Arzt Dr. Serelman zu einer Entbindung nach St. Egidien gerufen wurde. Die Patientin hatte viel Blut verloren Was der Arzt dann tat, sollte sein Leben ändern. Serelman spendete sein eigenes Blut. Doch er war Jude. Mit dieser Hilfe verstieß er gegen die Rassengesetze der Nazis. Die Folge: Serelman kam ins KZ nach Sachsenburg, wurde 1935 frei gelassen und in Niederlungwitz, wo er seit dem Jahr 1930 praktizierte, von den Bewohnern gebührend empfangen. Doch die Anklage wurde nie aufgehoben. Im September 1935 verließ Serelman Deutschland für immer.

Mit dem Schicksal des jüdischen Arztes hat sich Seifert intensiv beschäftigt. Mehr als fünf Jahre forschte er für das Buch. "Ende März kommt es heraus", sagt der Autor, der es am 15. März zur Leipziger Buchmesse vorstellen will. Auch in Glauchau ist eine Lesung geplant. Bei seiner Forschung stieß Seifert auf eine Abhandlung über den französischen Widerstand gegen die Nazis. Dort tauchte der Name Serelman auf. Der ehemalige Arzt floh aus Niederlungwitz nach Spanien, schloss sich den Internationalen Brigaden an und ging später in den Widerstand. 1944 wurde er von Nazis erschossen. Konstantin Seifert fand das Grab Serelmans in Oloron-Sainte-Marie in der französischen Provinz Bearn, besuchte es und legte dort einen Stein aus dem Lungwitzbach nieder. (sto)

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