Freizeit - mal anders

Ein Kirchberger gewinnt Europameisterschaften der Extremgeländeläufer. Feuerwehrleute aus Niedermülsen beweisen Kraft beim Strohballenrollen.

Rico Gruner (38) nimmt schon mal etwas auseinander, wenn er darf, wie er will - künstlerisch natürlich. Am Wochenende hat sich der Zwickauer Graffitikünstler zusammen mit zwei Kollegen das Zwickauer Stadtwappen erst vor- und dann auseinandergenommen. So entstand während der Tage der Jugend am Gebäude der Autopflege Gatzke neben dem "Alten Gasometer" eine farbige Giebelwand im Zeichen Zwickaus. "Wir hatten bei der Gestaltung freie Hand", sagt Gruner, der die drei Türme aus dem Wappen über die Wand verteilt hat, die drei Schwäne endlich fliegen lässt und auch August Horch und dem Trabi einen Platz eingeräumt hat. "Wir haben ohne Konzept angefangen zu malen - wir wissen, was wir können, und verstehen uns blind." Am Donnerstag wird Gruner, der in der vergangenen Woche einen Graffiti-Workshop im Jugendclub "City-point" in Zwickau geleitet hat, in dessen Hinterhof ein weiteres Bild sprühen. (sth)

Jörg Eißmann (47), Extremfreizeitsportler, konnte am Wochenende seinen Titel bei den Europameisterschaften der Ex-tremgeländeläufer erfolgreich verteidigen. Im dänischen Esbjerg setzte er sich in seiner Altersklasse klar gegen die teil- weise deutlich jüngere Konkurrenz durch. "Es mussten mörderische 15 Kilometer Laufstrecke absolviert werden, die mit 53 schwierigen Hindernissen nur so gespickt waren. Darunter Kriechstrecken mit Stacheldraht, diverse Kletterwände, und rennen durch Sand. Hinzu kam noch eine unerwartete Schwierigkeit: knapp 30 Grad Celsius im Schatten - das schlaucht", gestand Jörg Eißmann. Bis etwa zur Hälfte der Strecke sei ihm sein schärfster Konkurrent dicht auf den Fersen geblieben. Dann aber kamen die wirklich schwierigen Hindernisse, die der Kirchberger - anders als der Rest des Teilnehmerfeldes - souverän meisterte. Am Ende lief Jörg Eißmann mit gut 20 Minuten Vorsprung durchs Ziel. "Bei so einem Wettkampf darfst du nicht so sehr darauf achten, was die anderen machen, sondern musst einfach dein Rennen laufen. Auch wenn körper- liche Fitness eine maßgebliche Rolle spielt, muss man den Kopf einschalten und die richtige Strategie wählen." (awo)

Jakob Vogel (28), Feuerwehrmann, gehörte beim diesjährigen Gaudi-Wettbewerb anlässlich des Niedermülsener Feuerwehrfestes zur Mannschaft des ausrichtenden Vereines. Neben Wettmelken und einer Stiefelweitwurfstaffel mussten die Teilnehmer am Sonnabend erstmals auch ihr Geschick beim Stroh- ballenrollen unter Beweis stellen. "Für Außenstehende sieht das leichter aus als es ist. Denn nicht nur der doch recht schwere Ballen muss ins Rollen gebracht werden. Da immer zwei Leute gleichzeitig hantieren, ist es ebenso wichtig, das Teil gleichmäßig auf Linie zu halten, um nicht von der Bahn zu kommen", sagte er. Jakob Vogel beteiligt sich zwar erst seit zwei Jahren als Aktiver am Gaudi-Wettkampf, findet die Idee aber genial. "Das macht einfach nur Spaß - den Teilnehmern, aber auch den Zuschauern. Für besonders pfiffig halte ich, dass nicht immer die gleichen Aufgaben zu bewältigen sind. Das sorgt jedes Mal für ein wenig Abwechslung. Vielleicht kommt das Ganze auch deshalb so super an", sagte er. Der Gaudiwettbewerb erlebte am Sonnabend seine siebente Auflage. Die gastgebende Mannschaft erreichte am Ende den zweiten Platz. Mitgemacht hatten insgesamt acht Kinder- und neun Erwachsenenteams. (awo)

Ronny Müller (43), seit anderthalb Jahren Leiter der Kindertagesstätte "Auerbach" des Zwickauer KinderhausvVereins, freute sich bei seinem zweitem Sommerfest der Kita nicht nur über eine gute Resonanz, sondern auch über die Unterstützung der Eltern seiner 29 Schützlinge. "Sie haben nicht nur selbst den Sommerbrunch organisiert und alles selbst für das Buffet beigesteuert - vom Gebäck über Obst, Gegrilltes und anderen Leckereien", sagt Müller, der über mehrere pädagogische Qualifikationen verfügt, darunter auch als Erlebnispädagoge. "Viele Eltern haben im Vorfeld Vorschläge zur Gestaltung des Festes gemacht. So haben beispielsweise Doreen Zenker und Marko Näser, die Eltern des zweijährigen Franz, angeboten, das Ponyreiten zu organisieren." Die beiden Ausbilder und Trainer im Westernreiten brachten zum Fest zwei ihrer Pferde aus Niederhohndorf mit: die Quarter-Stute Grace und ihren Knabstrupper Jimmy. So konnte jeder, egal ob Kind oder Erwachsener, sich unter ihrer Führung als Reiter ausprobieren. Manches Mädchen fühlte sich auf Jimmys Rücken wie Pippi Langstrumpf, die genauso ein Pferd ihr Eigen nennt, nur dass ihres ein bisschen anders gemustert ist. "Wir bieten in Niederhohndorf seit Mai vorigen Jahres Westernreiten für Kinder und Erwachsenen an, auch für Späteinsteiger und ängstliche Menschen", sagte die 33-jährige Doreen Zenker, die seit ihrem achten Lebensjahr reitet. Großes Interesse der Steppkes weckten aber nicht nur die Pferde, sondern auch ein Rettungswagen des DRK, den einer der Väter vor dem Haus der Kita am Kiesweg im Zwickauer Ortsteil Auerbach zum Bestaunen bereitstellte. "Höhepunkt des Festes war aber natürlich die Tombola, an der sich einige Eltern als Sponsoren für Preise beteiligt haben", sagte der Kita-Leiter. Den Hauptpreis sponserte der FSV Zwickau. Ein Steppke und sein Vater können sich nun auf einen gemeinsamen Besuch eines FSV-Heimspiels in der neuen Spielzeit freuen. (lth)

Marcus Krämer (24) aus Zwickau gehört zu den jungen Leuten, die am Montagnachmittag einen Lebensabschnitt erfolgreich abgeschlossen haben. Er darf sich nach einer dreijährigen Ausbildung nun Baugeräteführer nennen und künftig als Geselle arbeiten. "Der Beruf ist abwechslungsreich und vielseitig", sagte Marcus Krämer, der seine Ausbildung bei der Firma Hoch- und Tiefbau Crossen absolviert hat. Ab heute wird er auf verschiedenen Baustellen in Westsachsen zum Einsatz kommen. Die Tätigkeit am Steuer der Baumaschinen erfordert Aufmerksamkeit und Verantwortung. "Bei den Prüfungen in der Kiesgrube hatten wir vergleichsweise viel Platz. In der Praxis geht es auf den Baustellen durch Gebäude und Leitungen oftmals viel enger zu", sagte Krämer. In Sachsen wächst das Interesse an einer Ausbildung zum Baugeräteführer. 2015 absolvierten 30 junge Leute die Prüfungen, teilte die IHK mit. 2017 waren es 44. Im nächsten Jahr geht für 50 Auszubildende die dreijährige Lehrzeit zu Ende. (hof)

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