Fünf für Zwigge

Der ganz normale Schwansinn: Was Zwickau diese Woche bewegte

Nur 3600 und nicht wie erhofft 4500 Studierende sind in diesem Wintersemester an der Westsächsischen Hochschule Zwickau eingeschrieben, also im Prinzip nur noch ein paar mehr als es Kinder an der Grundschule Wolfersgrün gibt. Nein, Spaß. Wolfersgrün hat überhaupt keine Grundschule. Kinder schon. Glauben wir zumindest. Doch das ist ja auch überhaupt nicht das Thema.

Es wollen offenbar zu wenige junge Leute nach Zwickau oder in Zwickau bleiben - und wir, liebe Leser, haben nicht die geringste Ahnung, woran das liegen könnte. Was also tun als regionales (print) und globales (online) Nachrichtenportal mit großem Herz für die Muldestadt? Der Welt die Augen öffnen. Das sind unsere fünf Gründe, warum man schön doof ist, wenn man nicht in Zwickau studiert, sondern in Mainstream-Städten wie Leipzig, Berlin oder Heidelberg.

1. Der billige und verfügbare Wohnraum. Eine 70-Quadratmeter-Bude zum Fertigbasteln mit Feinstaubdruckbetankung und Straßenbahngeklingel, gelegen direkt an der sirenenintensiven Einflugschneise zu zwei Kliniken (raten Sie selbst, welche Straße das ist, ich habe keine Lust mehr auf ärgerliche Vermietermails) - in einer Großstadt wäre so etwas ein teurer Glücksgriff, hier muss man die nicht mal nehmen, weil es preiswert Besseres gibt.

2. Walkingangebote satt. Egal ob mit dem Puppentheater zum Festivalbeginn, den engagierten Schülern des Peter-Breuer-Gymnasiums in der Mittagspause oder auch regelmäßig mit anderen Jugendlichen an Freitagen: Niemand muss hier allein durch die Stadt spazieren und die frische Luft genießen. Das Schönste daran: Die Mitmachangebote sind völlig kostenlos. Auch die Bürgeroffensive Deutschland gehört zu den Veranstaltern - sporadisch zwar, aber wenn, dann öfter. Allerdings ist die Gratisofferte dort mit wirren Traktaten in einer Lautstärke leicht über der Wohlfühlzone verbunden.

3. Ehrlicher Sport. Dritte Fußball-Bundesliga, zweite Handball-Bundesliga, DEL 2 - der Sport verharrt hier erfolgreich an der Schwelle zur Überkommerzialisierung, ist also noch echt und ehrlich. Getreu dem Motto: Lieber ein 0:0 gegen Meppen riskieren, als die Ehre mit einem Besuch bei RB verlieren.

4. Das Kultur- und Partyprogramm. Wir haben hier alles. Wirklich! Das ist kein Scherz, auch wenn es sich bei diesem Beitrag um eine satirische Kolumne handelt und die jungen Leute in dieser Stadt ständig jammern, es wäre nichts los. Man muss nur ein wenig recherchieren. Einfach den Computer ausmachen und rausgehen, hilft ebenfalls. Und wenn doch mal was fehlt, dann kann man es relativ unkompliziert selber organisieren.

5. Es gibt jede Menge Pilze! Yeah! Fast direkt vor der Haustür. Man muss sich allerdings bücken, verzwickt und zugenäht.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare

Die Diskussion wurde geschlossen.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...