Für 1,2 Millionen Euro erhält Eckersbach weiteres Zentrum

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Neben der Kindertagesstätte "Kuschelkiste" ist ein Familienzentrum entstanden. Ein neuer Bau, der alte Werte stärken soll.

Zwickau.

Die Eckersbacher sollen - wieder - näher zusammenrücken. Nachdem der Zwickauer Stadtteil nach der Wende vor allem obenrum ziemlich kahl geworden ist, soll genau von dort aus etwas Neues beginnen. Gemeint ist die Erhebung oberhalb des Stadions, von oben herab verordnet wird dort gar nichts.

Ganz im Gegenteil, sagen Jens Kluge und Susann Gläser. Der Leiter der Kindertagesstätte ist stolz auf den Anbau, der dort in den zurückliegenden Monaten entstanden ist. Und die Koordinatorin kann es kaum erwarten, ihre neue Aufgabe mit Leben zu erfüllen. "Jetzt können wir Dinge tun, für die neben der Kita-Arbeit nicht so viel Zeit ist", sagt Kluge. Damit meint er, den Raum und vor allem die Gelegenheit für Begegnungen schaffen. Seit mehr als fünf Jahren haben Kluge, die Arbeiterwohlfahrt (Awo) als Betreiber der Kita und die Stadt Zwickau sich bemüht, für Eckersbach ein Zentrum zu schaffen, das mehr als Bänke und Bäume zu bieten hat. Entstanden ist ein Anbau an die Kita als großer, teilbarer Raum mit Gelegenheiten zum Sitzen, aber auch zum Tanzen, mit einer kleinen Küche, Medientechnik und Sanitärräumen. Gekostet hat das rund 1,2 Millionen Euro, wobei Bund und Land den größten Anteil dazugaben. Von der Stadt kamen rund 100.000 Euro, von der Awo etwa 180.000 Euro.

Jens Kluge erinnert sich, wie das Gebiet E 5 noch vor ein paar Jahren ausgesehen hat: "Der Stadtteil war ein bisschen verwaist. Wir waren fast allein hier oben, und um uns herum gab es nur Hundewiesen." Dann hat sich das Leben 2015/16 drastisch verändert, zahlreiche Geflüchtete kamen auch nach Westsachsen, und das Landratsamt hat fast die gesamte Heisenbergstraße quasi neu bezogen - mit Menschen, die neu waren in diesem Land und in dieser Kultur. "Da haben wir überlegt, wie wir diesen Menschen zeigen können, dass sie willkommen sind", sagt Kluge. Doch es ging ihn um mehr - um die Entwicklung des gesamten Stadtteils. Also saßen auch Vertreter von Stadtplanungs- und Grünflächenamt oftmals mit am Tisch. Schließlich ist das Vorhaben in ein spezielles Förderprogramm aufgenommen worden, es entstand eine Freifläche zum Spielen und auch zum Schauen - von dort bietet sich ein wunderbarer Ausblick auf die Stadt, und Kluge kann sich vorstellen, dies sogar touristisch zu nutzen oder wenigstens Wanderer herzulocken.

Was das neue Stadtteil- und Familienzentrum angeht, das am Freitag offiziell eingeweiht wird, so gibt es noch kein feststehendes Angebot. Susann Gläser sieht Vereine und Familien ebenso als Nutzer wie möglicherweise die Verbraucherzentrale und andere Organisationen, die Menschen beraten können. "Es muss nicht alles gleich perfekt sein", sagt sie. "Wir fangen jetzt an, und dann sehen wir, was nötig ist, damit wir für die Menschen da sein können." Familienbildung, Beratung und gegenseitige Unterstützung - das sind die großen Stichworte, an denen sie sich dabei orientieren wird. Genauso gut könnte sie aber auch sagen: Nähe, Freude, Nachbarschaft - denn das gehört zu den Dingen, die die Eckersbacher mit ihrem Stadtteil und ihrem Familienzentrum verbinden sollen. Die alteingesessenen, aber auch die neuen hinzugezogenen Eckersbacher.

Ein Tag der offenen Tür gewährt am Samstag von 14 bis 17 Uhr Einblicke ins Stadtteil- und Familienzentrum an der Heisenbergstraße 49. Dort können Kinder spielen und toben, und es warten informative, kreative und musikalische Angebote.

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