Für Marienthaler Wehr steht neues Gerätehaus in Aussicht

Schon seit Jahren warten die Brandbekämpfer auf ein neues Gebäude. Die Verzögerung bedeutet nun auch wesentlich höhere Kosten.

Zwickau.

In Sachen Brandbekämpfung ist die Freiwillige Feuerwehr Marienthal nicht nur für die rund 15.000 Einwohner im dem Zwickauer Stadtteil zuständig, sondern auch für zwei Krankenhäuser, zwei Schulen, neun Kindertagesstätten und zwei Gewerbegebiete. Und wenn die Justizvollzugsanstalt einmal fertig sein wird, ist die Wehr auch dafür zumindest teilweise zuständig.

Während die Aufgaben stetig wachsen, verschlechtern sich die Bedingungen im Gerätehaus immer mehr. Das Gebäude an der Olzmannstraße liegt nicht nur am Rande des Einsatzgebietes, sondern ist vor allem stark sanierungs- bedürftig und auch in Sachen Unfallschutz längst zum Problemfall geworden. "Den Anforderungen entspricht es schon lange nicht mehr", sagte Stadtrat Lutz Reinhold (BfZ), der sich seit Jahren für einen Neubau stark macht.

Auf seiner Sitzung am 20. September soll der Stadtrat nach einem langen Ringen, vor allem um Fördermittel, das Vorhaben beschließen. Als Standort wurde ein Grundstück an der Hoferstraße auserkoren. Eine Zustimmung der Räte gilt als sicher. Auch Lutz Reinhold geht davon aus, dass das Vorhaben auf einem guten Weg ist. "Ich bin da sehr optimistisch", sagte er. "Wenn jetzt noch etwas schiefgeht, wäre das eine sehr große Enttäuschung für die Kameraden." Bereits zur Einwohnerversammlung 2014 hatte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) die Notwendigkeit eines Neubaus eingeräumt. Weil dann aber nichts mehr passierte, erzwang die Fraktion BfZ/Grüne Anfang 2016 mit einem Antrag zum Haushalt, 120.000 Euro für die Planungskosten bereitzustellen. Um den Bau unmittelbar nach den Planungen zu beginnen, fehlt der Stadt das Geld, zumal auch die Fördermittel lange nicht zur Verfügung standen. Inzwischen geht die Stadt von einem Baubeginn im Jahr 2019 aus. "Der Bau beginnt nach Ausreichung der Fördermittel", hatte Findeiß erklärt. Der entsprechende Antrag wurde im Sommer beim Landratsamt gestellt. 1,45 Millionen Euro erhofft sich die Stadt als Zuschuss. Die Verzögerung hat bereits einen handfesten Nachteil erbracht: Der Neubau wird gegenüber der ersten Planung aus dem Jahr 2016 deutlich teurer. Inzwischen rechnet die Stadt mit 3,1 Millionen Euro.

Dabei soll die Marienthaler Wehr nicht nur ein neues Gerätehaus bekommen, sondern vor allem mit Blick auf das Gefängnis auch neue Fahrzeuge. Bisher waren dort vier Fahrzeuge stationiert. Künftig sollen es sechs Autos sein. Ergänzt werden soll der Fuhrpark um ein weiteres Lösch- sowie ein Mehrzweckfahrzeug. Dabei liegt in der Sache eine gewisse Brisanz. Die beiden zusätzlichen Fahrzeuge sind noch nicht im Brandschutzbedarfsplan festgeschrieben. Dieser dient als Grundlage für die Gewährung der Fördermittel. Anders ausgedrückt: Fördermittel gibt es beim Neubau nur für vier Stellflächen. Da der überarbeitete Plan erst zum Jahresende fertig ist, muss jetzt der Rat die zusätzlichen Flächen absegnen, um die Fördermittel nicht zu gefährden.

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