Für Schulleiterin geht ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung

Mit Constanze Steinert leitet jetzt eine Frau das Christoph-Graupner- Gymnasium in Kirchberg. Sie tritt in die Fußstapfen von Günter Bachmann, der im Ruhestand ist.

Kirchberg.

Nach gut einem Vierteljahrhundert, in dem stets Männer an der Spitze standen, hat jetzt erstmals eine Frau das Sagen am Kirchberger Christoph-Graupner-Gymnasium. Constanze Steinert hat mit Beginn des Schuljahres die Leitung der Einrichtung übernommen.

Ganz fremd ist der 49-jährigen Vogtländerin das Gymnasium nicht. "Ich habe an der Martin-Luther-Universität in Halle Lehramt fürs Gymnasium in den Fächern Biologie und Sport studiert. Während meiner Zeit als Referendarin war ich Mitte der 1990er-Jahre zu einer Weitbildung hier an der Schule. Das gesamte Flair hat mich absolut begeistert, und ich habe mir damals gewünscht, an so einem phänomenalen Gymnasium als Lehrerin arbeiten zu dürfen", sagte sie.

Bis zur Erfüllung dieses Wunsches sollten allerdings noch viele Jahre vergehen, die mit mehreren Stationen ausgefüllt waren: Referendarzeit am Pestalozzigymnasium in Rodewisch, 1995 bis 2002 Lehrerin in Markneukirchen, danach bis 2016 am Rodewischer Gymnasium. "Die letzten drei Jahre davon war ich aber pro Woche nur noch einen Tag an der Einrichtung. Der Grund: Ich war als Referentin für Gymnasien ans Schulamt abgestellt. Diesen einen Tag wollte ich aber unbedingt noch unterrichten, weil ich den direkten Kontakt zur Basis keinesfalls verlieren wollte - auch, um glaubwürdig zu bleiben. Außerdem bin ich mit Leib und Seele Lehrerin." Ihre vorerst letzte Arbeitsstelle vor Kirchberg war das Lessinggymnasium in Plauen. Dort arbeitete sie als stellvertretende Schulleiterin. Als sie erfuhr, dass die Stelle des Leiters am Kirchberger Gymnasium neu besetzt werden sollte, habe sie nicht lange überlegen müssen. "Die Aufgabe hat mich unglaublich gereizt. Durch die Jahre davor war ich mit administrativen und organisatorischen Angelegenheiten vertraut, hatte als Lehrerin aber auch immer Umgang mit Kollegen, Eltern und Schülern", sagte sie.

Constanze Steinert ist sich völlig im Klaren darüber, dass sie als Nachfolgerin von Günter Bachmann in große Fußstapfen tritt. "Er hat ungeheuer viel bewegt und erreicht. Ich bin keinesfalls hierher kommen, um alles über den Haufen zu werfen. Zunächst habe ich mir vorgenommen, im Zeitraum des ersten Jahres zu beobachten, alles so gut wie möglich kennenzulernen und viel zu erfahren. Erst danach überlege ich mir, wo ich möglicherweise meine persönliche Note einbringen und neue Impulse initiieren könnte." An erste Stelle stehe für sie dabei, den hervorragenden Ruf des Kirchberger Gymnasiums zu erhalten und auszubauen. Constanze Steinert: "Den Kindern sollte es so gehen wie mir vor einigen Jahren. Sie sollten sagen: Da möchte ich hin."

Als neue Chefin scheut sie aber ebenso wenig vor klaren Entscheidungen zurück - im Fall der Fälle auch nicht vor unangenehmen. "Meine Festlegungen als Schulleiterin sollen stets transparent sein. Deshalb setzte ich auf eine klare Kommunikation. Dazu gehören für mich Fairness, Freundlichkeit, Wertschätzung und gegenseitiger Respekt."

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