Gärtnereien bieten Lieferservice an

Eine Übersichtskarte des Gartenbauverbandes im Internet soll Hobbygärtnern helfen - und natürlich den Betrieben auch.

Landkreis.

Weil die Menschen angesichts der Corona-Krise Kontakte mit anderen vermeiden sollen, zieht es viele in ihre Haus- und Kleingärten. Ein Tütchen Samen haben sie vielleicht noch zu Hause, aber Frühjahrsblüher, die nach dem Winter Farbe in den Garten bringen, oder Gemüsejungpflanzen, die jetzt schon unter der Pflanzhaube, im Frühbeet oder Gewächshaus in die Erde kommen können, ziehen nur die wenigsten selbst heran. Das passiert vor allem in den Gärtnereien.

"Wir sind erleichtert, dass wir unsere Firmen nach einigen Irritationen Anfang der Woche doch weiter öffnen dürfen", sagt Gärtnermeister Enrico Nötzold, der gemeinsam mit seinen Bruder Kay eine Gärtnerei im Reinsdorfer Ortsteil Friedrichsgrün betreibt. Er berichtet, dass ihre beiden Blumenläden schließen mussten. Aber am Stammsitz in Friedrichsgrün werden derzeit beispielsweise Stiefmütterchen, Salat- und Kohlrabipflanzen verkauft. "Wir arbeiten sozusagen im Notbetrieb, verkaufen die selbst produzierte Ware", sagt Nötzold. Natürlich halte man sich an die Hygienevorschriften. Deshalb rät er auch, möglichst vorher anzurufen, damit die gewünschte Ware gleich bereitgestellt werden kann. Lieferservice gebe es nach Absprache ebenfalls.

Ähnlich läuft es in der Baumschule "Mülsengrund" im Mülsener Ortsteil Stangendorf. "Gefragt sind derzeit unter anderem Obstgehölze, Rosen und Heckenpflanzen. Um den Kundenkontakt so weit wie möglich zu vermeiden, bieten wir telefonische Beratung und Lieferservice an", sagt Inhaber Mirko Hahn. "Aber der Blumenladen hat zu. Das Geschäft läuft auf Sparflamme."

Tobias Muschalek, Geschäftsführer des Gartenbauverbandes Mitteldeutschland, kennt die Probleme. "Wir sind froh, dass wir eine generelle Schließung der Gärtnereien und Baumschulen abwenden und klar machen konnten, dass diese Betriebe eine Säule der Grundversorgung sind", sagt er. "Das Wetter im Frühjahr lädt ja zur Gartenarbeit ein. Und Hobbygärtner sind auch ein Stück Selbstversorger. Aber nur, wenn sie jetzt und in den kommenden Wochen ihre Beete bestellen können." Er macht darauf aufmerksam, dass das beliebte Stöbern in den Gartenbaubetrieben derzeit entfallen muss, favorisiert telefonische Beratung und Lieferservice. "Etliche Betriebe haben sich bereits im Netz auf einer Übersichtskarte unseres Verbandes eingetragen. Hobbygärtner können dort Gärtnereien in ihrer Region finden", sagt er - beispielsweise die Friedhofsgärtnerei von Christoph Schulze in Crimmitschau. "Unsere Gewächshäuser sind voll mit Ware", sagt er. "Aber wir bieten auch Obstgehölze und Erdbeerjungpflanzen an. Derzeit ist der Kundenstrom gering. Viele wissen gar nicht, dass wir geöffnet haben. Und auch wenn es jetzt mit Blumen kompliziert ist, gerade für Beerdigungen versuchen wir, ansprechende Gestecke anzubieten." www.gartenbau-md.de


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