Gästehaus erhält Zertifikat für Köche-Ausbildung

Immer weniger junge Leute beginnen eine Kochlehre. Und dann bricht die Hälfte diese auch noch ab. Der Köcheverband will das mit hoher Ausbildungsqualität ändern.

Hartenstein.

Das "Gästehaus Wolfsbrunn" in Hartenstein ist das erste Unternehmen in der Region, das vom Verband der Köche Deutschlands als qualifizierter Ausbildungsbetrieb zertifiziert wurde. "In Sachsen gibt es nur noch in Leipzig und Dresden jeweils ein Haus, das das Zertifikat vorweisen kann", sagt Maik Arnold, 1. Vorsitzender des Vereins der Zwickauer Köche, der die Auszeichnung überreichte.

Arnold, der als Berufsschullehrer selbst Köche ausbildet, hat die Kriterien für die deutschlandweite Zertifizierung mit ausgearbeitet. Zu ihnen gehören tarifliche oder übertarifliche Entlohnung, die Unterstützung der Azubis bei Wettbewerben, geregelte Arbeits- und Urlaubszeiten und ein positives Arbeits- und Ausbildungsklima. "Wichtig ist, den Lehrlingen die kreative Seite des Berufs zu vermitteln. Sie müssen sich im Team wohl und nicht ausgenutzt fühlen. Dann bricht auch nicht jeder Zweite die Lehre ab", sagt er.


Lukas Dölling aus dem Hartensteiner Ortsteil Zschocken hat gerade seine Ausbildung im Gästehaus erfolgreich beendet. Ihm gefällt es so gut im Team, dass er erst einmal bleiben, später aber auch in anderen Küchen Erfahrungen sammeln will. Dabei reizt ihn die asiatische Küche. "Es ist wirklich ein Knochenjob und ein großer Unterschied, ob man zu Hause aus Spaß oder in einer Gaststätte kocht", sagt er. "Ich würde jedem raten, vor der Lehre erst einmal ein Praktikum in der Gastronomie zu machen." Der 19-Jährige weiß es zu schätzen, dass im Team Experimentierfreude gefördert wird, es auch mal ein Lob gibt.

Nils Leonhardt, Chef vom "Gäste- haus Wolfsbrunn", freut sich über die Auszeichnung. "Wir bemühen uns, jedes Jahr einen Lehrling einzustellen. Das wird immer schwieriger", sagt er. "Voriges Jahr hat mit Kazem Hossein ein afghanischer Flüchtling seine Ausbildung begonnen. Er macht sich gut." Für das neue Lehrjahr habe sich noch niemand gemeldet. "Vielleicht lockt ja die Aussicht auf einen qualifizierten Ausbildungsbetrieb noch Bewerber", sagt Arnold. Er berichtet, dass die Zertifizierung zwei Jahre gilt. Dann würden die Voraussetzungen erneut geprüft und bewertet.

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