Gastwirte reagieren auf E-Bike-Trend

Immer mehr satteln aufs Fahrrad um, das sie ohne Strampelei Berge hochbringt. Wenn der Akku alle ist, muss guter Rat nicht teuer sein. Den Fahrradclub freut's.

Hartmannsdorf/Mülsen.

In die Gaststätte "Zum Torfstich" im Hartmannsdorfer Forst kommt Bewegung, elektromobile Bewegung. Immer mehr Radler, die sich von einer Batterie beim Strampeln helfen lassen, kreuzen dort auf. Grund genug für Gastwirt Dietmar Hesse, den Trend aufzugreifen. Er will sein Haus radfahrerfreundlich umbauen. Im Hartmannsdorfer Rathaus freut man sich. "Wir unterstützen das", sagt Bürgermeisterin Kerstin Nicolaus (CDU). Seit 1993 führt Hesse mit vier Mitarbeitern die Geschäfte in dem urigen Ausflugsziel. Bald soll man dort Räder ausleihen und Akkus aufladen können. Während der Wartezeit beim Aufladen will er die Radfahrer zu einem Imbiss verführen, das heißt, der öffnet dann auch am Wochenende. Ausflüglern stand da bisher das Restaurant offen, Übernachtung ist schon länger möglich. "Wir liegen am europäischen Radweg nach Karlsbad, daran wollen wir anknüpfen", sagt Hesse und freut sich über den geplanten Rundweg für Wanderer und Radfahrer um die Talsperre Eibenstock.

Die Zwickauer Ortsgruppe des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs begrüßt die Initiative. "Mir ist bislang noch keine richtige E-Bike-Station in der Region bekannt", sagt Ulrich Skaruppe. Der Bedarf aber ist auf alle Fälle da, vor allem auch am Mulderadweg wären solche Angebote wünschenswert. Dort gibt es zwei vom ADFC zertifizierte Bett- und Bike-Betriebe: in Waldenburg und Wolkenburg. Die Lage des "Torfstichs" zwischen dem Hartmannsdorfer Forst und der Talsperre Eibenstock, deren nördlichster Zipfel bei Hundshübel nur etwa einen Kilometer entfernt liegt, ist in Skaruppes Augen ideal für Ausflügler und Fahrradtouristen.

Der ADFC begrüßt aber auch Initiativen im Mülsengrund, die nicht nur am Radlersonntag jedes Jahr im Mai Radfahrer willkommen heißen. Jörg Franke führt dort beispielsweise eine Radfahrerpension namens "Radskeller". Auch er liebäugelt mit einer Akku-Ladestation. "Wenn, dann soll der Strom aber richtig sauber sein. Wir wollen eine Solaranlage bauen." Er hofft, in der nächsten Saison damit durchstarten zu können. Sechs bis sieben Steckdosen werden installiert, sodass sich eine Radlergruppe gemütlich zum Imbiss bei ihm niederlassen und dann mit "vollgetankter" Batterie wieder weiter rollen kann.

Rund zwei Millionen E-Bikes standen 2015 in deutschen Kellern und Garagen, teilte das Statistische Landesamt vor wenigen Tagen mit. Das waren 400.000 mehr als noch im Jahr zuvor.

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