Gebetsraum und Imbiss in Zwickau angegriffen: OAZ ermittelt

Zusammenhang zwischen Taten und Hintergründe sind noch unklar

Zwickau. Zwei Sprengsätze sind in der Nacht zum Samstag von Unbekannten am Rande der Bahnhofsvorstadt in Zwickau deponiert worden. Nach Auskunft des Operativen Abwehrzentrums in Leipzig, das die Ermittlungen übernommen hat, detonierte jedoch nur einer davon - er war an einem türkischen Imbiss an der Crimmitschauer Straße angebracht. Ein weiterer - platziert an einem muslimischen Gebetsraum an der Werdauer Straße - ist demnach nicht explodiert.

Am Sonntagnachmittag waren an beiden Häusern die Schäden zu sehen. Am Imbiss konnte die dicke Scheibe der Tür Schlimmeres verhindern. Sie ist zwar beschädigt, doch der Innenraum des Lokal blieb unversehrt. Inhaber Erdal Tursucu berichtet davon, dass dies nicht der erste Anschlag auf sein Geschäft gewesen sei: "In der vergangenen Woche ist das Gleiche bei meinem Auto passiert." Er zeigt ein Foto von einer zum Teil eingedrückten Frontscheibe. Die Polizei habe den Schaden lediglich aufgenommen. "Aber jetzt haben sie alles gründlich untersucht."

Gut zwei Stunden, bevor dieser Sprengsatz detonierte, zündete wohl an der Werdauer Straße ebenfalls etwas, was die Polizei als Pyrotechnik bezeichnet. Ein Mann, der mit anderen kurz vor Mitternacht in diesem Gebetsraum war, berichtet davon, dass er plötzlich etwas am Fenster habe brennen sehen. "Da habe ich alle ganz schnell rausgeschickt, und die Leute sind fortgerannt", sagt er. Eine Explosion gab es jedoch nicht.

Auch eine Anwohnerin berichtet davon, keine Explosion gehört zu haben. Sie sei aber von ihrem Sohn darauf aufmerksam gemacht worden, dass auf einmal Polizei vor dem Haus stand. Dass sich in der unteren Etage ein Gebetsraum befindet, steht zwar nicht dran. "Aber die Nachbarn wissen das", sagt die Anwohnerin, die keinen Grund zur Beschwerde hat. "Bisher war immer alles ruhig."

Beide Fälle werden nun von Leipzig aus bearbeitet. Noch ist nicht klar, ob zwischen den beiden Taten ein Zusammenhang besteht und ob es tatsächlich einen politischen Hintergrund gibt. Die Polizei sucht noch zu beiden Vorfällen Zeugen und bittet um Hinweise unter Telefon 0375 4283333 oder E-Mail an presse.oaz.pd-l@polizei.sachsen.de.

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