Gedenken an Opfer von Hanau

Mit einer Schweigeminute haben am Donnerstagabend 40 Menschen in Zwickau der Opfer des rassistisch motivierten Amoklaufs im hessischen Hanau gedacht.

Zwickau.

Ein Gedenken an die Opfer des rassistisch motivierten Amoklaufs im hessischen Hanau: Am Donnerstagabend haben sich 40 Jugendliche und Erwachsene vor dem Zwickauer Rathaus versammelt, um mit Kerzen und Schildern an die Menschen zu erinnern, die am Mittwochabend ermordet wurden. Elf Tote - darunter der mutmaßliche Täter selbst.

Die Runde begann mit einer Schweigeminute für die betroffenen Familien. Auf den Schildern, die vor dem Rathaus lagen, standen Sätze wie: "Wir gedenken der Opfer rechter Gewalt", auch die Namen von Opfern anderer rechtsextremer Mörder waren darauf zu lesen; darunter auch Menschen, die Opfer der rechten Terrorzelle NSU wurden.

Danach wurde zu einer Gesprächsrunde angeregt, bei der jeder das sagen konnte, was ihm zu der aktuellen Tat in Hanau durch den Kopf geht. "Es lohnt sich, in diesen Tagen Gesicht gegen rechtsextreme Gewalt zu zeigen", sagte Tino Helbig, Veranstalter der Aktion "Zwickau zeigt Herz". Helbig weiter: "Auch wenn es schwerfällt, muss man Zivilcourage zeigen." Nach dem Gedankenaustausch liefen die Teilnehmer zum Brunnen der Freundschaft auf dem Schumannplatz.

Auch Jakob Springfeld war dabei. Der 17-Jährige hat sich schon oft gegen Rassismus und für Toleranz in Zwickau eingesetzt. "Es steht viel auf dem Spiel in diesen Zeiten", sagte er. Viele Beteiligte sagten, dass sie es gut fänden, wie sich in so kurzer Zeit 40 Menschen in Zwickau finden konnten, die der Toten aus Hanau gedenken.

"Ich werde auf der Straße beleidigt, obwohl ich nicht weiß, was ich falsch gemacht habe", sagte Mehdi Amiri. Der 20-Jährige lebt in Zwickau und kommt aus Afghanistan. Er habe Angst vor solchen Taten und davor, dass so etwas auch ihm passieren könne.

Unter die Teilnehmer hatte sich auch Kathrin Köhler (CDU) gemischt, Zwickauer Baubürgermeisterin und OB-Kandidatin ihrer Partei.


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