Gegenwartskunst bereichert die mittelalterlichen Schätze

Arbeiten von vier Künstlern aus der Region sind ab Sonntag im Dom St. Marien zu sehen. Sie fügen der Auseinandersetzung mit der Bibel vier eigene Ansichten hinzu.

Zwickau.

Dicke schwarze Striche, tönerne Reliefs oder zartfarbige Grafiken: All das hat seinen Platz unter dem hohen Dach des Zwickauer Doms. So unterschiedlich aber die Arbeiten auch sind, sie stellen doch jede für sich und alle gemeinsam eine Auseinandersetzung mit der Bibel, mit dem Christentum dar. Am Sonntag wird die Ausstellung mit Werken von Johannes Feige, Berthhold Dietz, Christian Siegel und Michael Olbrich während des Gottesdienstes eröffnet.

Die Werkschau der vier Künstler ist ein Beitrag der Kirchgemeinde zum Stadtjubiläum. "Wir wollten in einer Schau zeigen, welche Kreativität auch hier wohnt", sagt Superintendent Harald Pepel. Das allerdings kann man dann nur als Ergänzung verstehen, denn wer seinen Blick von den Bildern abwendet, der findet im gesamten Kirchenraum eine Zusammenstellung von Meisterwerken von Künstlern aus der näheren und weiteren Umgebung - angefangen beim Flügelaltar von Michael Wolgemut über die Pietá von Peter Breuer bis hin zur Kanzel von Paul Speck und die Bautzener Eule-Orgel.

Nun gesellen sich noch Grafiken, Gemälde und Skulpturen dazu. Am Anfang, sagt Pepel, standen die Arbeiten von Michael Olbrich und Christian Siegel, die beide in Zwickau tätig sind. "Sie setzen sich intensiv mit dem Alten und dem Neuen Testament auseinander." Auf Vorschlag der Künstler fanden auch Werke des Glauchauers Johannes Feige und des Lichtentanners Berthold Dietz Einzug in den Dom. "Ich merke, dass die Künstler die Themen ganz anders angehen als ich als Theologe", sagt der Superintendent. Und ergänzt: "Es wäre auch schlimm, wenn es anders wäre."

Dennoch fügt er zu den Darstellungen noch seine eigenen Worte. Jeweils eines der ausgestellten Werke soll an den kommenden Sonntagen die Grundlage für eine Predigt bilden. Das erste Thema wird dabei die Barmherzigkeit sein. Darüber hinaus sind den Bildern, Skulpturen und Reliefs Briefe beigefügt. Verschlosse Umschläge, die die Besucher öffnen können und die ihnen Geschichten erzählen und Anregungen geben sollen, über die Bedeutung des Sämanns nachzudenken oder über das Thema "Flucht". Einer der Briefe trägt die Aufschrift "Jungfrauen" - die Themen sind so vielfältig wie das Leben.

Jeder der vier Künstler hat eine eigenständige Bildsprache entwickelt. Ihnen gemeinsam ist jedoch, dass ihnen die Ausstellung zum Jubiläumsjahr eine Herzensangelegenheit ist. "Keiner von ihnen nimmt ein Honorar", sagt Pepel. Die Kirche selbst belässt es beim üblichen Eintrittspreis in den Dom - und hofft darüber hinaus auf Spenden.

Die Ausstellung ist von Sonntag an bis zum 28. Oktober im Dom St. Marien zu sehen. Neben den Gottesdiensten ist die Kirche in der Regel Dienstag bis Freitag von 13 bis 17 Uhr sowie samstags in ungeraden Kalenderwochen von 10 bis 17 Uhr geöffnet.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...