Geschliffene Schönheiten hinter Glas

Die aktuelle Sonderausstellung im Reinsdorfer Heimatmuseum widmet sich der heimischen Mineralienwelt. Gezeigt werden dort rund 150 Exemplare.

Reinsdorf.

Wer bislang der Auffassung war, der Untergrund der Zwickauer Region beherberge lediglich noch Reste von Steinkohle, wird beim Besuch der neuen Sonderausstellung im Reinsdorfer Bergbau- und Heimatmuseum schnell eines Besseren belehrt. Gezeigt werden dort derzeit rund 150 Mineralien, die sechs Sammler aus dem Umland zusammengetragen haben. Ergänzt wird die Schau durch Leihgaben aus den Kunstsammlungen der Stadt Zwickau.

Das Besondere an den Exponaten: Es handelt sich weitestgehend um Quarzvariationen, die aufgeschnitten und an den Schnittflächen poliert wurden. "Dadurch treten die Strukturen richtig deutlich hervor. Weil es sich aber meist um kleinere Stücke handelt, haben wir sie abfotografieren und die Bilder vergrößern lassen. Auf diese Weise treten die Feinheiten erst richtig hervor, und es werden erstaunliche Details sichtbar. Das kommt bei den Besuchern optisch besser an", sagt Helmar Sittner, Vorsitzender des Heimatvereins.

Der 59-Jährige ist selbst begeisterter Mineraliensammler. Die Zwickauer Region schätzt er als relativ mineralreich ein. "Es ist mehr vorhanden, als landläufig angenommen wird. Bei uns gibt es unter anderem Amethyst, Achat, Jaspis und natürlich viele Quarze. Aber man muss schon wissen, wo sie vorkommen und zudem über ein geschultes Auge verfügen, um sie zu erkennen." Und letztlich komme es auch noch drauf an, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Das träfe seiner Erfahrung nach speziell auf den Bodenaushub bei Baustellen zu.

Der in dieser Hinsicht spektakulärste Fund der jüngeren Vergangenheit wurde beim Bau des ehemaligen Max-Bahr-Baumarktes neben dem Zwickauer Westsachsenstadion gemacht. Die Ausstellung im Museum zeigt eine Auswahl der dort gefundenen Achatbildungen. Ein besonderes Stück entführt die Museumsbesucher in eine Epoche, als das Sammeln von Mineralien noch nicht in Mode war und die heutzutage begehrten Steine anderen Zwecken dienten. "Wir zeigen ein Stück Quarzporphyr, das aller Wahrscheinlichkeit im Mittelalter im Bereich Schedewitz abgebaut wurde. Eingesetzt wurde dieses sehr feste Gestein beim Bau des Kornhauses, der Stadtmauer und von Schloss Osterstein. Auch im Fundament der einstigen Nicolaikirche konnte das Material nachgewiesen werden", so Helmar Sittner. Dieses Exponat ist zugleich ein markantes Beispiel dafür, dass oft erst der Anschliff der Steine die wahre Schönheit zeige.

Die Ausstellung im Reinsdorfer Bergbau- und Heimatmuseum an der Pöhlauer Straße 9 ist noch bis zum 4. November zu sehen. Geöffnet hat die Einrichtung immer sonntags in der Zeit von 14 bis 17 Uhr sowie für Gruppen auf Anfrage.

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