Glühwürmchen nehmen neue Kita in Beschlag

Ein 700.000-Euro-Projekt für Mülsens Nachwuchs ist vollbracht: Fünf Erzieher wollen dort die Gaben der Jüngsten entdecken.

Mülsen.

Gisela Claus, Leiterin des evangelischen Kindergartens "Glühwürmchen" in Mülsen, ist glücklich. "Wir sind angekommen", sagte die 60-Jährige nach dem hoffentlich letzten Umzug der Einrichtung, die zuletzt in der Otto-Boessneck-Straße zu Hause war. An zwei Samstagen haben Eltern und Mitarbeiter Kisten gepackt und in die Vettermannstraße geschleppt.

In einem Block im Plattenbaugebiet hat die Gemeinde schon einmal als Kindergarten genutzte Räume komplett umgestaltet, um ihren Nachwuchs zeitgemäß betreuen zu lassen. Knapp 700.000 Euro hat der Umbau inklusive des barrierefreien Anbaus gekostet. In dieser Woche war die offizielle Inbetriebnahme.


"Wir hatten ein straffes Programm bis zur Eröffnung", sagte Mülsens Kämmerer Jens Harnisch und freute sich, dass alles rechtzeitig fertig wurde. Mehr noch. "Dass auch die Außenanlagen schon fertig werden, damit hatten wir nicht gerechnet", sagte er. 55 Plätze, davon ganz neu zwölf für Krippen- und drei für Integrativkinder, stehen in dem Haus, dessen Träger die Jacober Kirchgemeinde ist, zur Verfügung. Gerade im Krippenbereich steigt der Bedarf, weiß Claus. Aktuell sind 46 Kinder angemeldet. Anmeldungen für den Herbst, wenn die Großen das Haus als Abc-Schützen verlassen, sind schon da. Aktuell gibt es fünf Erzieher, darunter zwei Montessoripädagogen. Bei Vollbesetzung des Hauses werden sieben nötig sein. Neu sind auch auch die Öffnungszeiten: von 6.30 bis 17 Uhr.

Die Planer und Bauleute haben in dem Gebäude ganze Arbeit geleistet: Wände wurden verrückt, Türrahmen vergrößert, Flure verbreitert. Wer drin ist, mag nicht glauben, dass es sich um einen Plattenbau handelt. "Wir konnten beim Umbau ganz viel mitreden", sage die Leiterin. Helle, weite Räume, die offen stehen, sind Teil des Konzepts, nach dem der Kindergarten arbeitet: Offenheit.

Jedes Kind entscheidet am Morgen, wie es den Tag beginnen mag: an einem Rückzugsort, auf der Baustelle, in der Lernwerkstatt, im Baumhaus. "Ziel ist, die Gabe der Kinder zu entdecken und zu fördern", sagte Claus. Wer mittags schlafen will, darf das. Gezwungen wird keiner. Was die Leiterin besonders freut: Der Wald ist nah, sodass Waldtage praktisch gesetzt sind. Wer die Einrichtung besucht, wird mit der biblischen Geschichte vertraut gemacht, mit Musik und Gesang, für die Großen gibt es im letzten Kindergartenjahr eine Vorschule. Das Mittagessen liefert der Lichtensteiner Kindergarten "Spatzennest", der selbst kocht.

Die Gemeinde ließ der Kirchgemeinde bei der Möbelauswahl freie Hand. Die pfiff zum Teil auf Katalogangebote und bat den Vater eines ehemaligen Kindergartenkindes, ein Baumhaus anzufertigen, "mit Bäumen aus dem Mülsener Wald", wie Claus betonte.

Zu einem Tag der offenen Tür hatte der Kindergarten explizit auch die Nachbarn eingeladen, die in den vergangenen Monaten allerhand Staub und Lärm ertragen mussten. Claus freute sich, dass etliche vorbeikamen. Ob die sieben Kurzzeitparkplätze vor dem Haus für die Einrichtung ausreichend sind, wird sich zeigen. "Wir müssen das beobachten", sagte Kämmerer Harnisch.

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