Großes Umbauprogramm soll Stadtbild gründlich aufwerten

Mit mehr als 14 Millionen Euro will Wilkau-Haßlau Missstände beseitigen. Innerhalb von zehn Jahren soll das Projekt realsiert werden.

Wilkau-Haßlau.

Die Stadt Wilkau-Haßlau hat in den vergangenen Jahren stets in einzelne Großprojekte investiert. Das neue Stadtzentrum mit Muldentalhalle, die Sanierung der Comenius- sowie der Dittesschule und der Umbau des alten Bahnhofes sind Beispiele dafür. Weil dabei viele andere Vorhaben auf der Strecke blieben, regt sich inzwischen Kritik unter den Einwohnern.

Mit einem Stadtumbaukonzept will die Verwaltung daher in den nächsten zehn Jahren Missständen im Stadtgebiet zu Leibe rücken. Dazu hat der Stadtrat ein Programm beschlossen, mit dem mehr als 14 Millionen Euro in das Stadtbild investiert werden sollen. "Die Probleme zeigen sich unter anderem in einer teilweise desolaten Bausubstanz von leer stehenden Wohnhäusern, Brachen und unstrukturierten Freiflächen", sagte Bürgermeister Stefan Feustel (CDU). Bis 2028 wird demnach der Bau von Straßen eine deutlich größere Rolle spielen als bisher. Eine Prioritätenliste wird gerade erarbeitet.

Erstmals soll von dem Förderprogramm auch das Wohngebiet Sandberg profitieren. Weil der Bedarf an Kindergartenplätzen weiter steigt, ist am Albert-Schweitzer-Ring eine neue Kita geplant. Dazu hat die Stadt ein ehemals als Kita genutztes Gebäude aus einer Insolvenz ersteigert. Es soll abgerissen und durch einen Neubau ersetzt werden.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Modernisierung und Instandsetzung des Rathauses. Dabei stehen neben Energiesparmaßnahmen auch die Erreichbarkeit der Ämter für behinderte Menschen im Vordergrund. "Es ist einfach kein Zustand, dass jemand mit einem Rollstuhl nicht ins Rathaus kommen kann", sagte Feustel. Auch der Alte Marktplatz gegenüber dem Schützenhaus an der Culitzscher Straße soll wieder zu neuem grünem Leben erweckt werden. "Derzeit verdient die Anlage den Begriff Parkanlage nicht", sagte Stefan Feustel. Ein Architekturwettbewerb soll über die künftige Gestaltung der Fläche entscheiden. Die Grundrichtung steht dabei schon fest: weitgehende Versetzung in den Originalzustand. "Das ist eine Forderung des Denkmalschutzes", sagte Feustel. Vor allem sollen die vor 25 Jahren wegen des damals dort stattfindenden Wochenmarktes asphaltierten Flächen wieder frei-gelegt werden. Auch das 1958 als Pavillon der Deutsch-Sowjetischen-Freundschaft eingeweihte Bauwerk, soll denkmalgerecht saniert werden. "Der Pavillon bleibt auf jeden Fall erhalten", sagte Feustel. Ob er später genutzt wird und wenn ja wofür, das könne derzeit niemand sagen. Kurzfristig allerdings wird am Alten Markt nicht gebaut. Der Umbau ist für die letzte Etappe des Stadtumbaus zwischen 2023 und 2028 vorgesehen. Rund 400.000 Euro werden investiert.

Etwa im gleichen Zeitraum soll auch der Hupferpark an der Zwickauer Straße umgestaltet werden. Geschätzte 250.000 Euro werden benötigt, um den Park attraktiv zu machen. Dabei sollen die Wege saniert, die Beete wieder hergestellt, neue Sitzgelegenheiten aufgestellt und der Wildwuchs beseitigt werden. Im Programm stehen auch die Freiflächen im Wohngebiet Cainsdorfer Straße, deren Gestaltung derzeit nicht den aktuellen Anforderungen entspreche.

Gleichzeitig wird vor allem an der Schneeberger Straße, der Zwickauer, der Neuwilkauer und der Kirchberger Straße der schlechte Zustand von Wohnhäusern beklagt. Mit dem Förderprogramm sollen auch private Eigentümer bei notwendigen Baumaßnahmen unterstützt werden. Zehn Gebäude im Stadtgebiet werden konkret für einen Abriss bis spätestens 2028 benannt, darunter mehrere Gebäude am Holzberg und die Platten- bauten 5 bis 8 in der Robert-Schumann-Straße.

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