Grüne und Autobauer einig: An E-Mobilität führt kein Weg vorbei

Wahlen 2019: Die Bundestagsabgeordneten Cem Özdemir und Stephan Kühn haben Zwickau besucht. Beim Thema Verkehrswende sehen sie hier viel Gutes. Und noch Luft nach oben.

Zwickau.

Der Golfstrom kommt zum Erliegen: Mit einem wohlwollenden Nicken nimmt Cem Özdemir diese Nachricht zur Kenntnis. Es wird Zeit, findet der Politiker, der Mitglied bei Bündnis 90/Grüne und Vorsitzender des Verkehrsausschusses im Bundestag ist.

Der Golfstrom kommt zum Erliegen: So hat es Reinhard de Vries am Dienstag seinen Gästen erklärt und hinzugefügt, dass die Produktionsumstellung auf Elektrofahrzeuge im VW-Werk Mosel bei laufender Produktion stattfindet und bis 2021/22 abgeschlossen sein soll. Die technischen Details dieses 1,2-Milliarden-Euro-Vorhabens erläutert de Vries, Geschäftsführer Technik und Logistik, während der für Personal und Organisation zuständige Geschäftsführer Dirk Coers betont, dass keiner der rund 8000Mitarbeiter Angst um seine Arbeitsstelle haben muss. Nur ein Umlernen sei gefragt, einige der Angestellten müssten sich darüber hinaus auch mit der Arbeit im Hochvolt-Bereich vertraut machen. Selbst was die Situation der Zulieferer angeht, malt Coers die Zukunft in warmen Farben. Die Anzahl derer, die mittelbar oder unmittelbar von VW Sachsen leben, soll nicht nach unten gehen. Aber die Branchen werden sich verändern: Hersteller von Tanks etwa werden durch andere Fachleute ersetzt.


Für die Grünen auf Wahlkampftour - neben Özdemir auch das Dresdener Bundestagsmitglied Stephan Kühn und Landtagskandidat André Oehler aus Werdau - ist das Gespräch mit den VW-Vertretern ebenso interessant wie erfreulich, machen sie sich doch für eine Energiewende in allen möglichen Lebensbereichen stark. Dabei stoßen sie aber immer wieder auf Vorbehalte. Das sagt Oehler, der in Diskussionen neuerdings ständig auf selbst ernannte Experten und gleichzeitig Gegner der Elektromobilität trifft, wie er erzählt. Das weiß der Besuch aus Berlin. Er hat nicht von ungefähr das Thema auch für eine für den Abend geplante Diskussionsrunde im Hotel "First Inn" gewählt. Noch unter dem Dach des VW-Werks sagt Özdemir: "Viele Menschen glauben noch, dass der Wandel hin zur Elektromobilität ohne Not vollzogen werden soll." Das aber sei nicht richtig, vielmehr sei dieser Schritt logisch in der Entwicklung und notwendig obendrein. "Die Frage muss sein: Wollen wir deutsche Autos?" Wer die bejaht, der bekomme Elektromobilität. Wer dies ablehnt, spreche sich für ausländische Fabrikate aus.

Der Straßenverkehr - man nennt das Auto gern des Deutschen liebstes Kind - ist aber nur ein Teil des Ganzen. Das wird am Abend deutlich, als das grüne Trio vor rund 100Zuhörern zum Diskutieren erscheint. Denn um Autos geht es vor allem am Anfang der Fragerunde, als etwa ein Vater von fünf Kindern wissen will, wie er einen elektrischen Ersatz für seinen alten VW-Bus finanzieren soll. Die Antwort gibt Stephan Kühn, der in seiner Partei Sprecher für Verkehrspolitik ist. "Wir erwarten nicht von Ihnen, dass Sie Ihr Auto verkaufen." Wenn er aber einmal ein neues brauche, werde sich schnell ein Markt für - preiswerte - Gebrauchtfahrzeuge entwickeln. Allerdings sei da dennoch der Staat gefragt: "Man kann nicht neue Technologien fördern, wenn man die alten noch subventioniert."

Doch selbst in der Automobilstadt Zwickau denkt nicht jeder nur ans Auto. Ein Teil der Diskussion befasst sich mit öffentlichen Verkehrsmitteln - und mit deren als mangelhaft empfundenen Unterstützung. Dem stimmt Özdemir zu. Er fordert eine breitere Elektrifizierung der Bahn, vor allem in Sachsen. Zudem habe der Staat die Bahn kaputt gespart, es sei nicht gut, dass die Finanzierung für den Schienenverkehr Jahr für Jahr aufs Neue ausgehandelt werden muss. Kühn ist auf demselben Gleis unterwegs: "Um das Klima zu schützen, brauchen wir Elektromobilität, den Ausbau öffentlicher Verkehrsmittel und des Radverkehrs. Wir bauen aber heute noch Straßen, als gebe es keine Klimaziele", moniert er.

Am Ende des Tages bleibt die Forderung, dass sich Verkehr neu definieren muss - so wie das in anderen Ländern schon geschehen ist. Als größte Bremse sieht Özdemir dabei die CSU-Verkehrsminister der vergangenen Jahre. Was ihm an diesem Abend Applaus einbringt. Wie es besser gehen kann - das haben die Grünen gerade 90 Minuten lang zu erklären versucht.

Bewertung des Artikels: Ø 5 Sterne bei 2 Bewertungen
16Kommentare
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    0
    OlafF
    29.08.2019

    Das ist gut so,(fürs gute Gewissen) dann müssen die Ökopopulisten nicht mehr so viel fliegen und Bonusmeilenaffären gibt es auch keine mehr...

    https://rp-online.de/politik/oezdemir-gelingt-politisches-comeback-bei-den-gruenen_aid-9030911

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    Zeitungss
    29.08.2019

    @cn3: Erklärt ist damit die Funktion des Netzspeichers System Baerbock noch immer nicht, über dessen "Kapazität" möchte auch niemand reden. Die Frequenz (50Hz) ist im europäischen Verbund eine heilige Kuh, auch für die Nutzer. Aus diesem Grund sind heute auch gängige Notstromer mit einem Inverter ausgerüstet.
    Pumpspeicherwerke treibt der Fiskus ins AUS, die Medien berichteten vor einiger Zeit ausführlich darüber, was einen Weiterbetrieb der vorhanden Anlagen schon einmal offen lässt. Was die Batteriespeicher betrifft, vergessen Sie die Größenordnung nicht, selbst beim E-Mobil ist diese kleine Einheit ein schweres und teures Bauteil und nicht von unbegrenzter Haltbarkeit.

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    cn3boj00
    29.08.2019

    Hallo @Zeitungss und @Einspruch, zunächst zitiere ich mich noch mal selber: "... der Markt noch nicht in der Lage ist, einige der Probleme hinreichend zu lösen, ... weil das (wie bei allen technischen Innovationen) erst mit der Massenproduktion kommt". Das betrifft meiner Meinung nach sowohl Technik als auch Preise.

    Was das "Netz" betrifft wiederhole ich einen früheren Beitrag: Es kommt darauf an was man als Netz versteht: nur die Summe aller Leitungen, oder aber das gesamte Gebilde zur Stromversorgung aus Erzeugern, Verbrauchern und Transport. Dieses Netz kann schon mal durch Verschiebung der Netzfrequenz als Puffer wirken. Außerdem gibt es heute schon primäre und sekundäre Energiereserven. Denn auch kein Kohlegenerator dieser Welt weiß beim Einspeisen ins Netz ob sein Strom auch verbraucht wird. Oder? Als primär fungieren heute z.B. Gaskraftwerke, die ständig in Bereitschaft sind und bei Bedarf sekundenschnell anspringen. Das wird man auch in Zukunft brauchen, vielleicht sogar deutlich mehr, aber wo ist da das Problem? Die bekanntesten Sekundärspeicher sind Pumpspeicherwerke. Die haben schon so manches mal das deutsche Netz vorm Zusammenbruch bewahrt. In Zukunft kommen Batteriespeicher hinzu. Ja man kann natürlich immer ein Aber finden, eine typisch deutsche Einstellung. Zu behaupten das sei nicht lösbar ist aber engstirnig.
    Und nein, ich habe bei der Berechnung nichts vergessen. Ich habe genau so gerechnet wie die Herren Professoren. Und zwar konservativ. Indem ich z.B. angenommen habe die Akkus werden mit dem heutigen deutschen Kohlestrommix hergestellt, was ja etwa beim Tesla schon nicht mehr stimmt. Auch beim Aufladen darf man davon ausgehen, dass da deutlich mehr Ökostrom verbraucht wird als angenommen.
    Die Berechnung kann man auch hier nachvollziehen: https://www.totensteinpost.de/Blog;focus=TKOMSI_com_cm4all_wdn_Flatpress_1769507&path=?x=entry:entry190420-181043#C_TKOMSI_com_cm4all_wdn_Flatpress_1769507__-anchor
    Was das Thema Rohstoffe betrifft, muss man zugeben, dass der Abbau keine ökologische Wohltat ist. Trotzdem hat bis heute niemand Skrupel bei dem vielen Lithium im Haushalt. Und was ist mit dem ökologischen Desaster beim Braunkohleabbau? Oder anderer Rohstoffe? Auch hier gilt: ich kann nicht etwas schlecht finden, nur weil es mit E-Mobilität zu tun hat, während ich das ansonsten hinnehme.

  • 0
    0
    Distelblüte
    29.08.2019

    @Zeitungss: Vielleicht wollen Sie dazu hier etwas lesen:
    https://aiomag.de/teslas-netzspeicher-die-grossbatterie-zeigt-wirkung-18876

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    1
    Zeitungss
    29.08.2019

    Kann mir den Netzspeicher System Baerbock nun wirklich niemand erklären ? Mit meinem Vorstellungsvermögen komme ich leider nicht weiter und in meiner Ausbildung habe ich demnach gravierende Wissenslücken, welche ich gerne schließen möchte.

  • 3
    1
    Einspruch
    28.08.2019

    @cbo.... Ja, die Kosten fürs Aufladen klingen schon interessant, dass der Akku irgendwie die 160000 km hält, wird schon so sein. Weniger Wartungskosten, na ja, das kann auch Theorie bleiben, denn was geht heute schon noch groß kaputt. Ich habe schon mehrere Autos an die 200000 km getreten, meist kam erst die Bremsbeläge, die Reifen, Radlager, Spurstangen, Dämpfer, ( die Teile haben E Autos auch), eine Wasserpumpe, ein zwei Endtöpfe, aber fast immer die Batterie. Ölwechsel gibt es selten, scheint nichts zu machen. Übrigens, den Ionic halte ich nicht für schlecht, er liegt wahrscheinlich für viele eher im Bereich des Möglichen.
    Aber er steht für rund 33000 Euro beim Händler. Im Hause Hyundai gibt es Benziner, die günstiger sind. Bei der Konkurrenz auch aus Japan habe ich einen gefunden, der gleich 12000 Euro günstiger ist, gut ausgestattet. Das sind ne Menge Euro, die ich noch in Zubehör und Benzin für die ersten Jahre stecken kann. Beim CO2 haben Sie glaube ich die CO2 Emission unberücksichtigt gelassen, die bei der Herstellung der Batterien anfällt. Zum ökologischen Fußabdruck gehört auch die Umweltschweinerei bei der Gewinnung der Rohstoffe für die Batterien.Einen richtigen Vorteil für mich als Käufer kann ich jetzt nicht finden. Über einige Macken wie Ladedauer und Reichweite könnte ich hinwegsehen, wenn der Preis nicht so hoch wäre und das Fahrzeug nur in der Stadt bewegt werden würde und von mir aus am WE in der Garage an der Steckdose hängen kann.

  • 3
    2
    Zeitungss
    28.08.2019

    @cn3bo...: ……? Zum Beispiel der Netzspeicher, die Betonung liegt dabei auf SPEICHER und zwar im Netz. Könnten Sie das System Baerbock mit kurzen Worten einmal in verständlicher Form erklären ?
    Das jetzige Netz dient der Versorgungssicherheit aber nicht als Speicher. Versorgungssicher ist es nur weil es von verlässlichen Erzeugern gespeist wird. Die 3-4 medienwirksam aufgestellten Flachbatterien werden es nicht leisten, wir sprechen hier von einer anderen Größenordnung. Einem Gas- oder Wasserleitungsnetz kann man eine gewisse Speicherfunktion zusprechen, bis gar leergelaufen ist.
    Wenn jeder seinen Verbrauch an Elektroenergie am Tag einmal zusammen- und auf die Bevölkerung hochrechnet, sollte die Erleuchtung kommen. Da Ihnen die versprochene Garantie für einen Akku ausreicht, soll es so sein, es wäre das erste Produkt, was gegen Gebrauchsspuren resistent ist, wir fangen damit einmal beim Handyakku zu Demonstrationszwecken an, wenn jede Steckdose mitgenommen werden muss um über den Tag zu kommen.

  • 6
    5
    cn3boj00
    27.08.2019

    @Einspruch, dass Grüne Wälder roden um Windräder aufzustellen halte ich jetzt auch für ein Gerücht, habe das aber nicht verfolgt, da wäre eine Quelle interessant. Darüber hinaus kann man überall nachlesen, dass der mit Abstand größte Feind der Insekten und der Vögel die intensive Landwirtschaft ist. Das mit den Windräder ist schlicht Unsinn. Über das Thema "Netz" als Speicher wurde bereits trefflich diskutiert, denn das ist heute schon Realität (sonst wäre es traurig um unsere Versorgung bestellt).
    Was den ökologischen Fußabdruck betrifft, findet man schnell heraus, dass die Rechnungen sogenannter Experten wie Prof. Buchal falsch sind, weil sie von falschen Annahmen ausgehen. Ich habe - ohne was neues auszudenken sondern auf die gleiche Weise wie dieser Experte - ausgerechnet, dass ein Tesla Model 3 nach 250000 km Laufleistung 35 Tonnen erzeugt, ein Mercedes 300d dagegen 46. Noch besser wird es bei wirklich vergleichbaren Autos, einem Hyunday Ioniq und einem Hyunday i30 Benziner. Hier ist die Bilanz schon nach 150000 km beeindruckend: 14 Tonnen beim Ioniq, 26 beim i30.
    Und ich habe zwar kein Elektroauto, weil der Markt (da bin ich Realist) noch nicht in der Lage ist, einige der Probleme hinreichend zu lösen, aber da liegt die Betonung wohl auf noch, weil das (wie bei allen technischen Innovationen) erst mit der Massenproduktion kommt (die ersten Handys haben 3 Kilo gewogen und 5000 Mark gekostet). Ich habe immerhin ein Elektromotorrad, da gibt es z.B. auf den Akku 160000 km Garantie. Und ich zahle für 200 km Reichweite 2,5 Euro, bei einem vergleichbaren Benzinmotorrad wären es etwa 12 Euro. Ölwechsel und viele andere Werkstattkosten entfallen. Das alles sollte beim Auto ähnlich sein.
    Was interessiert Sie noch so alles?

  • 7
    3
    Einspruch
    27.08.2019

    @djahre: Das auch Bäume für Windräder weichen müssen, hat ihre Grünenchefin Bäerbock gesagt, als sie gefragt wurde.Stand in der FP. Dieselbe, die auch vermutet, das ein Stromnetz ein Speicher ist. Da gäbe es noch mehr Unsinn, den ich mir nicht ausdenken muss, aber egal, wenn Sie es nicht wahrhaben wollen. Neuem gegenüber bin ich durchaus aufgeschlossen, aber ich glaube an Naturgesetze und Physikalische Zusammenhänge mehr als an Politiker, die sich neue Belastungen ausdenken und das mit der Umwelt erklären. Im Zweifel halte ich mich lieber an halbwegs wissenschaftliche Quellen oder Erkenntnisse von Fachleuten. Das Sie das anders handhaben, ist Ihr gutes Recht. Offenbar haben Sie mit Ihrer Attacke schon alles an Argumenten aufgebraucht. Überzeugen Sie mich doch vom Vorteil der E Mobilität, ich hör zu.
    Am interessantesten wäre vielleicht Gegenüberstellung ökologischer Fußabdruck E Auto gegen normales sowie CO2 Gesamtbilanz und das Reichweitenproblem.
    Ich halte das E Auto für eine Nischenlösung, die durchgepeitscht wird, was anderes muss langfristig her.
    Und ich glaube, da wird sicher noch was besseres erfunden.

  • 4
    2
    Nixnuzz
    27.08.2019

    @djahre: Ganz schön mutig - aber 1 grüner! Mal was zum zerreißen: Wir verbrauchen x verschiedene Energieformen - zusammengefasst in kWh. Ob Kohlenstoff-Träger als massgebliches Problemkind, aus Wind, Sonne und was weiß ich noch. Wieviel kWh verbraucht jede Nase hier pro Jahr? Stellt euch mal vor, man begrenzt diese "Jahreszahl" und kann diese regional auf die jeweiligen Energielieferanten verteilen? Wer mit Pellets aus eigenem Anbau heizt sieht vielleicht ganz gut aus - wer Gas braucht hat Kosten. Aber mal drüber nachdenken und bereits vorhandene - jahrhundertalte? - Technik verwenden! Aber dem stehen ja 2 Argumente entgegen: Wirkungsgrad und Investitionskosten. Also nix anpacken - nix verändern...

  • 8
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    djahre
    27.08.2019

    @Einspruch: Offensichtlich schmoren Sie lieber im eigenen Saft, anstatt mit den Protagonisten zu sprechen. Sie lassen sich nicht nur keinen Unsinn von Grünen erzählen - Sie lassen sich überhaupt nichts erzählen. Sie gehen ja noch nicht einmal hin, um zu diskutieren. Stattdessen verbreiten Sie solchen Unsinn, dass Grüne den Wald opfern wollten. Um zu wissen, dass dies purer Unsinn ist, brauchen Sie noch nicht einmal zu einer Veranstaltung der Grünen hinzugehen. Offensichtlich ist Ihnen mehr an Ihrer Propaganda denn an handfester Information gelegen.
    Mit einer solchen Denke wird es weder mit Sachsen noch mit Deutschland vorangehen - wenn Menschen der Zukunft nur mit "Ja, aber", "Geht nicht", "So ein Schachsinn" begegnen, wie es aus Ihren Beiträgen herausschallt.

  • 5
    8
    Einspruch
    22.08.2019

    @djahre: Sicher lasse ich mir von einem Grünen keinen Unsinn erzählen. Bekanntlich wollen die ja auch Wald, das einzige Pfund gegen CO2, opfern , um stillstehende Windräder zu bauen, die auch noch Insekten und Vögel killen.
    So ein gebrauchter Firmenwagen, der sicher schon über 100000 km durchgeorgelt wurde, den soll ich dann immer noch zum Preis eines normalen Neuwagens kaufen, wenn so langsam alles verschlissen ist und der Akku nicht mehr lange hält. Tun Sie sich keinen Zwang an, bitte. Ich würde sowas nicht machen. Konzepte zum Recycling, ich bitte Sie. Bei jedem Durchgang wird das Ergebnis schlechter, nebenbei wird da auch wieder Energie verpulvert und die Umwelt belastet.
    Und mit den Anforderungen an die Gewinnungsbedingungen, das ist nur Papier, wie bei den ganzen anderen Siegeln, die erfunden werden, um Verbraucher zu beruhigen. Am Ende interessiert das doch niemand.

  • 9
    5
    saxon1965
    22.08.2019

    @djahre:
    zu 1.) lässt sich wunderbar über Steuern (Kfz, Mineralöl ect.) bedingt erzwingen
    zu 2.) 50 Prozent von 60.000 € sind immer noch 30.000 € = Jahresgehalt, also rund 60.000 D-Mark (was man ja nicht mehr umrechnen soll), aber nur mal so zum fühlen
    Dazu kommt, dass diese Akkus nach 3 Jahren verschlissen sein dürften und so ein E-Auto damit wirtschaftlicher Totalschaden sein dürfte.
    zu 3.) auch Recycling kostet Energie, Co2-Ausstoß und belastet die Umwelt zusätzlich (wird alles gerne rausgerechnet)
    Und was die Anforderungen an die Lieferanten und Lieferkette betrifft, da sind wir deutschen ja Weltmeister, siehe Textil-, Fleisch-, Reifen- und sonstige Industrien.

    Aber bleiben sie ruhig auf diesem Auge blind!

  • 5
    9
    djahre
    22.08.2019

    @Einspruch: Dann muss man auch zu Veranstaltungen hingegen, um zu Fragen Antworten zu bekommen. Über genau Ihre Fragen wurde nämlich auf der Veranstaltung auch gesprochen.
    1.) Es zwingt Sie niemand, ein e-Auto von VW zu kaufen.
    2.) Die Etablierung von e-Autos am Markt werde zu Preissenkungen führen. Bei der Einführung neuer Technologien ist dies immer so. Auch werde ein Gebrauchtwagenmarkt mit e-Autos entstehen, was durch entsprechende Änderungen an der steuerlichen Behandlung von Geschäftswagen (-> die meisten Neuzulassungen in Deutschland erfolgen für Geschäftsfahrzeuge) auf Seiten der Bundesregierung gefördert werden könnte (und sollte).
    3.) Konzepte zum Recycling von Akkus gebe es bereits heute - und zwar nicht nur theoretisch oder im Modell, sondern bereits in Gestalt konkreter Firmen, die dies als Geschäftsmodell haben. Dabei sei erzielbare Recyclingquote recht hoch - sei es als Rohstoffrecycling oder in als Nutzungsrecycling (bspw. Verwendung von alten Auto-Akkus als Speicherakkus). 90 % Recycling seien dabei durchaus möglich, VW gehe von (wenn ich mich recht erinnere) 70 % aus. Zudem ist es aus Sicht von Bündnis 90/ Die Grünen erforderlich, Anforderungen an die Gewinnungsbedingungen der benötigten Rohstoffe zu stellen, so wie bereits heute VW durchaus entsprechende Anforderungen an seine Zulieferer stelle.

    Sie können sich auch an Stephan Kühn (MdB, Bündnis 90/ Die Grünen) direkt werden. Der ist in dieser Thematik "voll im Saft" - auch was die Thematik hinsichtlich Sachsen bedeutet.

  • 10
    3
    Einspruch
    21.08.2019

    Die Frage ist, wieviel E Auto kann ich mir leisten? Muss es ein deutsches und nur E Auto sein? Nee, da gibt es genügend Alternativen.
    Ich sehe außerdem kein E Auto, mit dem ich die bisherigen Fahrleistungen zum gleichen Preis bekomme. Und mehr werde ich nicht ausgeben, die Autos sind eh schon überteuert. Von Herrn Özdemir als Grünen sollte man auch was zur Problematik der Umweltverschmutzung bei der Akku Herstellung hören.

  • 8
    2
    saxon1965
    21.08.2019

    ""Die Frage muss sein: Wollen wir deutsche Autos?" Wer die bejaht, der bekomme Elektromobilität. Wer dies ablehnt, spreche sich für ausländische Fabrikate aus."
    Herr Özdemir da täuschen sie sich gewaltig! Ausländische Hersteller sind bereits vor Jahrzehnten mit Hybridautos, die auch was getaugt haben, auf dem Weltmarkt gewesen. Da rannte VW & Co. noch mit der Trommel um den Christbaum und versuchten später durch betrug dem Gesetzgeber Genüge zu tun.
    Jedoch bleibe ich dabei, dass die E-Autos in Punkto (weltweiter) Umweltbilanz eine Mogelpackung sind.
    Im letzten Ansatz hat Özdemir jedoch 100 Prozent Recht.



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