Hand in Hand

Sch(m)erzhaft: Was Zwickau diese Woche bewegte

Wenn ich mein Kind frage, was es heute im Kindergarten zum Mittagessen gegeben hat, zuckt es mit den Schultern. Oft geben die Essensreste am Pulli noch letzte Hinweise. Sohnemann aber hat das längst vergessen. Wenn er aber in einem Schaufenster ein fantastisches gelbes Auto entdeckt hat, weiß er das noch ein halbes Jahr später. Aufmerksamkeit ist selektiv. Erinnerung trügerisch. Am besten denkt man nicht lange über gestern nach.

Gestern nämlich war die Laune vieler Zwickauer Stadträte versaut. Sie haben durch uns erfahren, dass der Sportstättenbetrieb aus dem mietfreien Johannisbad in Zukunft in den mietpflichtigen fünften Stock des GGZ-Neubaus ziehen. Stadträte mögen nicht, wenn sie etwas aus der Zeitung erfahren. Dabei ist die Zeitung eigentlich dafür da, dass man Neues aus ihr erfährt. Aber was außer Corona-Sicherheitsabstände einzuhalten machen nun die acht Sportbetriebsmitarbeiter auf ihren künftig mehr als 200 Quadratmetern Fläche? Feldhandball? Golf?

Ich weiß es nicht. Ich weiß nur, dass daran alles positiv ist. Der Betrieb der Sportstätten ist sowieso so teuer, dass die Stadt jährlich mehr als 7 Millionen Euro zuschießen wird müssen, da ist das bisschen Miete schon egal. Und das Geld bleibt in der Familie, denn die GGZ schüttet doch ihre Gewinne brav an die Stadt aus. Gut, die Mehrwertsteuer geht dabei vom Konto ab, aber diese landet immerhin bei Vater Staat, und der baut dafür in Zwickau wieder mal eine schöne Straße. Man könnte auch sagen: Eine öffentliche Hand wäscht die andere. Aber bitte mit Seife und Abstand.

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