Hausarzt über Corona-Impfungen: Die Bürokratie ist unerträglich

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Hausarzt Michael Höhne über die Situation der Praxen, die in dieser Woche mit den Corona-Impfungen beginnen sollen

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1919 Kommentare
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  • 4
    2
    Echo1
    07.04.2021

    @Lutz123: "Echo1, eine negative Bewertung bei Ihnen bedeutet nicht, dass man etwas nicht versteht sondern, dass man nicht Ihrer Meinung ist." Leider nicht meiner Meinung ist. Da muss man damit leben. Sollte es lassen auf die roten Daumen anzuspielen. Das war nur Ausdruck der Enttäuschung von Dingen, die meiner Meinung klar auf der Hand liegen:

    Was wie Bürokratie aussieht ist die Absicherung der Gesundheitsbehörde, des Staates gegenüber dem Patienten und dem Arzt. Der Staat will für evtl. negative Folgen des Impfens nicht haften, weil es die Pharmaindustrie auch nicht macht.
    Der Arzt hat recht. Bei vorherigen Grippeimpfungen gab es diesen "Papierkram" nicht. Warum? Wäre eine gute Frage.

  • 5
    5
    Highwander
    06.04.2021

    Was für eine Papierverschwendung! Und dieselben Politiker wollen einem was von Umweltschutz erzählen...

  • 10
    2
    TWe
    06.04.2021

    @johannes12
    "Alle notwendigen Unterlagen, wie Vorerkrankungen und weitere Befund liegen da vor."

    In welcher Welt leben Sie denn?

    Wir haben in unserem Land das Recht auf freie Arztwahl. Aufgrund der fehlenden konsequenten Vernetzung im Gesundheitswesen und wegen der Datenschutzphobie von uns Deutschen kann der impfende Arzt gerade NICHT sicher sein, dass ihm alle relevanten Informationen (z. B. über Vorerkrankungen) tatsächlich auch vorliegen.

    Genau deshalb gibt es auch bei jedem Arzt, den Sie zum ersten Mal besuchen, einen ausführlichen Anamnese-Bogen. Das ist unter den aktuellen Umständen (fehlende Vernetzung, Datenschutzphobie) auch richtig so.

    So richtig viel scheinen Sie ja von der hier diskutierten Materie gerade nicht zu verstehen.

    Oder gehören Sie vielleicht zu den Glücklichen, die nur alle zehn Jahre einen Mediziner konsultieren müssen?

  • 14
    5
    BuboBubo
    06.04.2021

    @Ifa: Ob man ohne "Statistikquatsch" sehr seltenen Impfkomplikationen auf die Spur kommen kann, ist zumindest fraglich. Seltsam ist immerhin, dass seit Bekanntwerden der Sinusvenenthrombosefälle nun auch in GB die Meldungen dazu nach oben gehen.
    Die Haftungsfreistellung ist nicht so simpel, wie Sie glauben machen wollen [1], abgesehen davon, dass man so etwas vor der Impfung überhaupt nicht unterschreibt. Man unterschreibt eine Einverständniserklärung - und selbst das ist manchem zu viel. Ob man im Schadensfall sowohl als Arzt als auch als Patient weiterhin gegen all die störenden Gesetze agitiert? Oder rennt man lieber zum Anwalt, um seine Ansprüche durchzusetzen?
    Interessant ist auch Ihre Idee, bei einer Impfstoffzulassung "die Politiker" für Impfschäden haften zu lassen. Man fragt sich ernsthaft, wie sich der mündige Bürger die Organisation eines Staatswesens so vorstellt ...

    [1] https://www.mdr.de/nachrichten/deutschland/panorama/entschaedigung-corona-impfschaeden-100.html

  • 11
    9
    lfa
    06.04.2021

    @BuboBubo Ihren Ausführungen nach ist es also erforderlich, für die dauerhafte Zulassung die Daten von 70 Mill. Impfempfängern zu liefern? Würden auch 1 Mill. reichen und man lässt den Statistikquatsch bei 69 Mill. anderen weg, denen die Erkenntnis nach der Impfung auch nicht weiterhilft, die sie ja unterschrieben haben, dass niemand haften muss? Die höchstrichterliche Rechtssprechung orientiert sich übrigens an den Gesetzen, die vom Bundestag gemacht werden. Gesetzesänderungen bekommt man doch bei anderen Gesetzen auch innerhalb von paar Wochen hin, da braucht man doch "Behandlungsfehler" infolge von offensichtlich unzureichend getesteten Impfstoffen nicht auf Arzt und Patienten abwälzen, sondern könnte z.B. Politiker oder Pharmaunternehmen haften lassen.

  • 15
    3
    Hirtensang
    06.04.2021

    Hallo Uhu, voll ins Schwarze, deshalb mein grüner Daumen. Auch ich habe mich gewundert, dass an Impfzentren verstärkt Eingangskontrollen stattgefunden haben. Aber als ich hörte, dass Impgegener in einem Zentrum randalierten, fand ich die Sache sinnvoll.

  • 23
    10
    johannes12
    06.04.2021

    Ich lese hier bei den Kommentaren viel dummes Gequatsche.
    Man sollt sich zu dem Beitrag des Arztes nur äußern, wenn man was von der Materie versteht. Ja, man sollte das impfen den Hausärzten überlassen. Die machen das schon über Jahre. Alle notwendigen Unterlagen, wie Vorerkrankungen und weitere Befund liegen da vor. Somit werden 6 und mehr Unterschriften und seitenweise Aufklärungsbögen überflüssig. Das begreifen aber die Bürokraten in Dresden und Berlin nicht.

  • 13
    6
    BuboBubo
    06.04.2021

    Zwei Aspekte sind zu beachten: Zum einen haben alle Corona-Impfstoffe bislang nur eine bedingte Marktzulassung (auf 1 Jahr befristet); d. h., es müssen für eine dauerhafte Zulassung noch Daten nachgeliefert werden. Wo sollen die herkommen, wenn sie nicht erfasst, gesammelt und ausgewertet werden?
    Zum zweiten geht es um Rechtssicherheit:
    "Die höchstrichterliche Rechtsprechung hält daran fest, daß jeder Eingriff in die körperliche oder gesundheitliche Befindlichkeit des Patienten - sei er behandlungsfehlerhaft oder frei von einem Behandlungsfehler - als Verletzung des Behandlungsvertrages und als rechtswidrige Körperverletzung zu werten ist, wenn er sich nicht im konkreten Fall durch eine wirksame Zustimmung des Patienten gerechtfertigt erweist." [1]
    Ein Hausarzt weiß das natürlich alles.

    Aber ohne Empörung (hier: gegen den Rechtsstaat) geht in D offenbar gar nichts mehr.

    [1] https://www.aerzteblatt.de/archiv/6914/Schutzimpfungen-Aufklaerungspflicht-aus-juristischer-Sicht

  • 33
    5
    Lutz123
    06.04.2021

    @Echo1, eine negative Bewertung bei Ihnen bedeutet nicht, dass man etwas nicht versteht sondern, dass man nicht Ihrer Meinung ist. Dem Arzt ging es mit seiner Kritik nicht um die Aufklärung der Impfwilligen und den formalen Absicherungen an sich, sondern um den damit verbundenen bürokratischen Aufwand (der so nicht sein muss) und dass die Hausärzte von Anfang an mit bei den Impfungen eingebunden hätten sein sollen.

  • 25
    6
    lfa
    06.04.2021

    @Echo1 @Pixelghost: Nur weil immer schon so viel Papier produziert wurde, heißt das noch lange nicht, dass es richtig ist. Insbesondere ist es nicht richtig, wenn damit die Haftung für wenig getestete Impfstoffe auf Patienten abgewälzt werden soll. Es stehen noch ca. 120 Millionen Impfungen bis zur "Herdenimmunität" aus. Die Zeit pro Impfung wurde von der Politik mit 5 Minuten berechnet. Daran wurden die Kapazitäten der Hausärzte und Impfzentren bemessen. Benötigt werden aber 30 Minuten pro Patienten. In den letzten 3 Monaten hat man gerade einmal 14 Mill. Impfungen durchgeführt. Haben wir eine gefährliche Pandemie oder nicht? Droht der Zusammenbruch ganzer Wirtschaftszweige? Bekommen Millionen von Kindern und Jugendlichen keine vernünftige Bildung? Offensichtlich ist das für die Bürokraten alles nicht so schlimm.

  • 15
    29
    TWe
    06.04.2021

    @Nixnuzz
    "Mich interessiert mal, wie es die Ammis oder Briten schaffen, in so kurzer Zeit ihre Bürger am Tage x zu impfen?"

    Was die Amerikaner betrifft, kann ich Ihnen aus eigener Erfahrung versichern, dass die Bürokratie im Gesundheitswesen keineswegs geringer ist als bei uns. Unter Berücksichtigung des dort gültigen Haftungsrechts wird sogar ein sehr viel größeres Augenmerk auf Aufklärung und entsprechende Dokumentation gelegt.

    Der maßgebliche Unterschied zwischen "hemdsärmeligen" Amerikanern und "kritischen" Deutschen ist aber, dass der amerikanische Arzt seine Zeit für die (berufs-)notwendige Dokumentation und nicht für das Verfassen von Brandbriefen nutzt.

    Bei der Einstellung, die der hier porträtierte Arzt zum besten gibt, würde ich diesen Mediziner nicht mal zu Rate ziehen, wenn ich mir den Finger verstaucht habe. Wenn es ihm alles zu kompliziert ist, soll er doch das Impfen sein lassen. Die geltenden Regeln werden wegen seiner Meckerei ganz sicher nicht geändert.

  • 25
    10
    TFH
    06.04.2021

    @Echo1

    "Also sichert sich die Gesundheitsbehörde, der Staat ab. Will natürlich auch nicht haften. Der Arzt und der Patient ist deshalb verantwortlich. Der nächste bitte. Man sollte das schon verstehen. Mal sehen, wieviele das nicht verstehen."

    Doch das verstehen viele, dass dieser Papierkrieg nicht ihrer Gesundheit dient, sondern nur der Absicherung der Bürokraten und verantwortlichen Politiker und das wird zurecht kritisiert. Die machen zwar Werbung z.B. für AstraZ, wollen dann aber nicht haften.

    Man bekommt hier zig Zettel vorgelegt mit Texten die ein nicht kleiner Teil der Bevölkerung im Detail gar nicht nachvollziehen kann, weil sie hauptsächlich juristisch standhalten müssen. Ein Großteil unterschreibt also einfach.

    Dass Sie auch nicht wirklich wissen worum es geht, sieht man an der Bezeichnung "Genimpfstoff". Wie das wirklich gemeint ist, erfahren Sie auf keinem dieser 6(!) A4-Blätter.

    ... sowas gut zu finden und zu verteidigen, verstehe ich wirklich nicht.

  • 27
    35
    Echo1
    06.04.2021

    @Pixelghost genau. Wer schon mal im Krankenhaus war, weiss das: Man sichert sich vor jedem chirurgischen und sonstigen Eingriff ab. Viele Seiten sollen unterschrieben werden. Das ist hier auch so. Bei den Impfstoffen haftet nicht der Hersteller für das Produkt, für die Nebenwirkungen. Also sichert sich die Gesundheitsbehörde, der Staat ab. Will natürlich auch nicht haften. Der Arzt und der Patient ist deshalb verantwortlich. Der nächste bitte. Man sollte das schon verstehen. Mal sehen, wieviele das nicht verstehen. Man erkennt das an den roten Daumen.

  • 36
    42
    Pixelghost
    06.04.2021

    Aber: Es gibt Patienten die die Frage stellen, welche rechtlichen Möglichkeiten zu haben gegen jemanden oder ein Unternehmen zu klagen, weil mit der Impfung was nicht gestimmt hat.
    Also man sollte mal ganz klar den Ball flach halten.
    Als Patient habe ich seit 2016 einen ganzen Berg Papier (Aufklärungsblätter, Anamnesebögen, „Was wäre wenn“ - Bögen) ausgefüllt nur deshalb, weil sich die Kliniken gegen jegliches Risiko absichern.

  • 22
    78
    Echo1
    06.04.2021

    Versteh den Arzt nicht ganz. Man kann bei den neuen Genimpfstoffen nicht einfach Losimpfen. Beratung ist wichtig. Abwägung. Das hat nichts mit Bürokratie zu tun.
    Was viel Schreibarbeit ist, bedeutet bestimmt auch Absicherung des Staates. Der Staat will nicht allein die Verantwortung übernehmen für das Impfen. Das ganze ist eigentlich eine Sache zwischen Impfwilligen und Arzt.
    Die Politik ist hier zu viel im Spiel. Das sollte dieser Arzt schon verstehen.

  • 67
    9
    Nixnuzz
    06.04.2021

    Mich interessiert mal, wie es die Ammis oder Briten schaffen, in so kurzer Zeit ihre Bürger am Tage x zu impfen? Was für Papiere müssen die mitbringen, ausfüllen und unterschreiben? Diese bürokratische Vorarbeit scheint bei uns Nobelpreis-verdächtig zu sein! Warum sind die anderen pragmatischer - oder weniger ängstlich??

  • 78
    27
    Frima715
    06.04.2021

    Der Arzt hat Recht. Aber er wird, wie so viele andere, leider nichts ändern. Man steckt ihn, auch wie so viele andere, die kritisch und sogar mit Argumenten, wie es besser gehen könnte, von unseren Politikern in die Schublade der Querdenker gesteckt und nicht mehr beachtet. Unsere Politiker sitzen in ihrem Wolkenkuckucksheim und haben schon lange keine Ahnung mehr bzw. wollen es auch nicht wissen, was im Volk abgeht.

  • 89
    12
    lupus
    06.04.2021

    Der Mann hat Recht!
    Für 3 Personen impfen 21 Seiten Papier gedruckt.
    Der Ablauf im Impfzentrum so geregelt als würden nur Demente kommen.
    Ein Auto in der Einfahrt 3 Kontrolleure zur Einfahrt ,4 Parkplatzanweiser und 2 Toröffner für Ausfahrt

  • 117
    12
    OpaTroll
    06.04.2021

    Ich kann den Arzt gut verstehen. Unsere hochgelobte Bürokratie wird uns noch das Genick brechen.
    Leider werden den Brief weder die Angesprochenen lesen, noch wird sich irgendwas ändern.