Hier entsteht ein Eispalast

Die größte Eisshow der Welt gastiert wieder in Zwickau. Bis zur Premiere müssen 30 Tonnen Technik aufgebaut und aus dem Parkett eine Eisfläche gestaltet werden.

Zwickau.

Die Stadthalle sieht aus, als würde sie aus Gerüsten bestehen, auf dem Boden wandern schon Lichtkegel hin und her. Dazu brummt die "Eismaschine" vor der Halle auf vollen Touren. Seit Sonntag laufen die Aufbauarbeiten zum Spektakel "Holiday on Ice".

Das Programm, das diesmal in Zwickau gezeigt wird, heißt "Supernova - Journey to the Stars" (auf Deutsch: Reise zu den Sternen). Produktionsleiter ist Peter Koschmieder. "Leiter der Technik und des Aufbaus seit 15 Jahren", wie der 46-Jährige erklärt. Koschmieder ist in Gera geboren und bereits seit 1996 im Team von "Holiday on Ice". In den 24 Jahren war er auch mal als Chef der Security tätig. "Wir haben 20 feste Mitarbeiter, die zur Show gehören", erzählt der Wahl-Nürnberger. "Dazu kommen noch einmal 20 aus der jeweiligen Umgebung, die beim Aufbau mithelfen."

Das Gastspiel an der Zwickauer Mulde ist eine Art Heimspiel für ihn. Als er in der zehnten Klasse war, zog Koschmieder mit seinen Eltern nach Glauchau. "Viele meiner Freunde leben noch in Zwickau." Das verbindet ihn mit der Region.

Am Dienstag stehen in der Halle Transportkisten mit orangefarbenen Deckeln, Arbeiter schrauben die letzten Beleuchtungen fest, die während der Shows zehn Meter über dem Boden hängen werden. Am heutigen Mittwochvormittag beginnen die Proben, am Abend findet ab 19 Uhr die exklusive "Freie Presse"-Premiere statt. Darauf folgen bis Montag weitere zehn Veranstaltungen. "Beim Aufbau in Zwickau steht man sich oft gegenseitig auf den Füßen", sagt Koschmieder. Denn die Halle sei im Vergleich zu anderen eher klein. "Statt der herkömmlichen 40 Meter Eisfläche haben wir hier nur 35 zur Verfügung", sagt er. Darunter zu leiden haben die Zuschauer aber nicht. Im Gegenteil: Auf allen Plätzen sämtlicher Preisklassen habe man einen hervorragenden Blick auf das Geschehen.

Die Platten für die Eisfläche und die Schläuche für deren Kühlung wurden schon am Sonntag gelegt. Um einen geeigneten Untergrund zu schaffen, benötigt das Kühlaggregat rund 35 Stunden. Am Ende hat die Fläche eine Temperatur von drei Grad Celsius. "Durch die Aluminiumplatten mit Hohlkammern ist es egal, ob in der Halle 20 oder 40 Grad Celsius herrschen, die Eisfläche funktioniert", sagt Koschmieder, der Kaufmann gelernt hat. Und der nicht nur Deutsch versteht.

Denn in der Halle wird vorwiegend Englisch gesprochen. Das Funkgerät am Gürtel des Produktionsleiters bleibt kaum mal eine Minute ruhig. Die Mitarbeiter der Show kommen aus Tschechien, Polen, England und Belgien. Insgesamt müssen sie 30 Tonnen Technik und Elektrik aufbauen. Der Zentralserver, der für die Steuerung des Lichts zuständig ist, hat die Größe eines Kleiderschranks. "Wir haben sieben Lastwagen, und selbst die sind alle sehr voll", erzählt Koschmieder.

Die Show tourt mit zwei verschiedenen Formaten durch Europa. Zum einen mit dem Programm "Supernova", zum anderen mit "Showtime", das 2019 in Zwickau gastierte. Koschmieder ist mit "Supernova" in Deutschland, Österreich und Frankreich unterwegs. "Das ist sicher nicht für jeden was, da wir in der Saison nicht jedes Wochenende zu Hause sein können." Dabei schaut sich der Produktionsleiter (und frühere Hobby-Eishockeyspieler) die Aufführung meist noch nicht einmal selbst an. "Während der Show sitze ich meist in meinem Büro und muss arbeiten", sagt er. Er kontrolliert am Computer, ob alles nach Plan verläuft.

Ungefähr 2600 Besucher können pro Vorstellung den über 80 Eisläufern aus 15 Nationen zuschauen. Im diesjährigen Programm "Supernova" nehmen die Eisläufer die Zuschauer sprichwörtlich mit zu den Sternen - im Mittelpunkt steht die Schönheit des Universums. Dabei wird es in der Halle sogar schneien. "Da auch Pyrotechnik im Programm steht, muss das Ganze vor Beginn auch noch von der Feuerwehr geprüft werden", sagt Koschmieder.

Die nächsten Ziele der Show sind Bremen und Paris, bevor es von Ende Mai bis Oktober in die Sommerpause geht. Dann zieht es den 46-jährigen Produktionsleiter wieder nach Nürnberg. "Sicherlich ist mein Job mitunter ziemlich anstrengend", sagt er. "Aber er macht eben auch ziemlich viel Spaß."

Karten gibt es in den "Freie Presse"-Shops und unter

meinticket.freiepresse.de

 


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