Hingucken macht richtig Laune

Kettensägenschnitzer zeigen in Zwickau, was sie drauf haben. Tasso aus Meerane gestaltet ein Graffiti fürs Freibad. Kinofans freuen sich aufs "Astoria"

Eine ehemals schlichte Betonwand im Hartmannsdorfer Freibad wurde jetzt mit einem tierischen-erfrischenden Graffito versehen.
Hingucken macht richtig Laune
Kettensägenschnitzerin Birgit Waniorek aus Mölln hat einen Drachengestaltet, der einen Dinosaurier küsst.
Hingucken macht richtig Laune
Hingucken macht richtig Laune

Jens Müller (52), Graffiti-Künstler aus Meerane, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Tasso, hat im Hartmannsdorfer "Freibad im Rödelbachtal" eine vormals graue Betonwand mit viel Farbe in eine ungewöhnliche Unterwasserwelt verwandelt. Am Sonntag konnten Besucher des Familienfestes das Graffito in seiner ganzen Schönheit bewundern. Tasso begründete die eher ungewöhnliche Motivwahl. "Wasser und Freibad mussten einfach sein. Aber ich habe in den mehr als zwei Jahrzehnten meines künstlerischen Schaffens schon etliche Unterwasserwelten gesprüht. Normalerweise ist das Thema ausgelutscht - Delfine, Haifische, Korallen. Deshalb zeige ich Landtiere, die sich durch einen Sprung ins Wasser abkühlen."

Auch der Aspekt, dass Kinder auf tierische Trickfilmfiguren stehen, habe bei der Suche nach den Bildmotiven eine Rolle gespielt. Acht Tage hat Tasso im Hartmannsdorfer Bad verbracht, bis sein Werk fertig war. Nicht selten blickten ihm Dutzende Schaulustige bei der Arbeit über die Schultern. "Manche bemerkte ich fast jeden Tag. Sie schauten sich ganz genau an, wie das Bild Stück für Stück entsteht", so der Graffitikünstler. (awo)

Michel Neidhardt (42, Foto) hat zum dritten Mal in Zwickau ein Kettensägerschnitzertreffen - diesmal mit Vorentscheid der Deutschen Meisterschaften im sogenannten Speedcarving - organisiert. Fast 30 Teilnehmer aus ganz Deutschland sind dazu an die Zwickauer Mulde gekommen, "alles Schnitzer, die das schon lange machen". Mehr als 30 große Kunstwerke sowie aufgrund des Speedcarvings etwa zusätzlich doppelt so viele kleinere sind am Wochenende auf einem Autohaus-Gelände an der Lengenfelder Straße in Zwickau entstanden.

Mit der Resonanz auf die Veranstaltung war Neidhardt überaus zufrieden. Eine, die als Kettensägenschnitzerin nach Westsachsen gekommen war, ist Birgit Waniorek aus Mölln (Schleswig-Holstein). Sie war zum ersten Mal in Zwickau dabei. Waniorek zeigte sich aber begeistert und sagte, dass es " ein besonderes Event innerhalb Deutschlands" sei. Die riesige Hauptskulptur, die die Norddeutsche mit der lauten Kettensäge gestaltet hat, war ein Drache, der einen Dinosaurier küsst. Alles aus Eichenholz, denn "das überlebt die Besitzer in der Regel", sagte sie und musste selbst lachen. Dass sie sich für eine solch aufwendige Figur entschieden hat, begründete sie auch mit einem verschmitzten Lachen: "Es soll hier schon eine Herausforderung sein und nicht die x-te Eule, die man schnitzt." (rpk)

Jörg Bretschneider (28), der seit Mai zusammen mit Kathrin Swoboda das Zwickauer "Astoria" leitet, brennt bereits seit seinem elften Lebensjahr fürs Kino. Es waren die "Harry Potter"-Filme, die bei dem Jungen eine Begeisterung für Filmevents auslösten. Der junge Theaterleiter möchte besondere Veranstaltungen mit anspruchsvollen Filmen für Cineasten etablieren.

Er selbst liebt inzwischen das französische Kino, erklärt der gelernte Fachmann für Systemgastronomie, der zuerst eine Managementlaufbahn bei McDonald's durchlaufen hat, bevor er die Gelegenheit beim Schopfe packte und sich für die ausgeschriebene Stelle im Kino "Astoria" in Zwickau bewarb. Er freut sich riesig auf den kommenden Donnerstag, an dem nach der Umbauphase die Kinos 3, 4 und 5 wiedereröffnet werden. Am 12. August geht es dann gleich weiter mit den Umbauarbeiten im Kino 2, verrät der Mann, der nicht nur auf Arbeit, sondern auch im Eigenheim eine große Baustelle hat. (lth)

0Kommentare Kommentar schreiben