Historisches Konzert erlebt Neuauflage

Die Schumann-Gala hat sich in Zwickau zu einer Tradition entwickelt. Bei Klassik-Fans fehlt sie im Konzertkalender nicht.

Zwickau.

Mit der diesjährige Schumann-Gala findet in der Zwickauer Lukaskirche wieder ein besonderes Konzert statt, das für Freunde der klassischen Musik bereits fester Bestandteil ihres Kalenders geworden ist. 2007 zum 160. Jubiläum des ersten Zwickauer Schumann-Festes 1847 ins Leben gerufen, ist sie zu einer Tradition in Robert-Schumanns Geburtsstadt geworden.

Die diesjährige Schumann-Gala findet am 14. September in Kooperation zwischen dem Theater Plauen-Zwickau und der Robert-Schumann-Gesellschaft statt. Die 13. Auflage dieser historischen Konzerte steht ganz im Zeichen des 200. Geburtstages von Clara Schumann. Seit ihrem Leipziger Gewandhaus-Debüt 1828 trat sie mehr als sechs Jahrzehnte auf den bedeutendsten Bühnen Europas auf. Ihr 60. Bühnenjubiläum wurde mit einem groß angelegten Festkonzert am 26. Oktober 1888 in Frankfurt am Main gebührend gefeiert.

Einen Tag nach dem 200. Geburtstag Clara Schumanns wird dieses Konzertprogramm, das ausschließlich Werke von ihr und ihrem Mann Robert enthält, nun in Zwickau durch das Philharmonische Orchester Plauen-Zwickau und Musiker und Musikerinnen der Phil-Kon Akademie unter Leitung des Generalmusikdirektors Leo Siberski, dem Kammerchor der Westsächsischen Hochschule unter der Leitung von Ulf Firke und der Solistin Annika Treutler (Klavier) zu einer Wiederaufführung kommen. Das sagte Ute Scholz. Sie ist Wissenschaftliche Sekretärin der Robert-Schumann-Gesellschaft. Von Clara Schumann erklingt ihre letzte und einzige Komposition aus der Witwenzeit, ein Marsch über Motive aus Werken Robert Schumanns. Die Hauptwerke bilden Schumanns Klavierkonzert op. 54 und seine 2. Sinfonie op. 61. Für ersteres, das Clara Schumann 1888 selbst spielte, wurde die Pianistin Annika Treutler gewonnen, die 2010 mit diesem Werk ihren Debütauftritt in der Berliner Philharmonie hatte. Schumanns 2. Symphonie op.61, die 2018 im Rahmen der Neuen Schumann Gesamtausgabe erschien, der an diesem Abend ebenfalls vorgestellt werden soll, ist ein unmittelbarer kompositorischer Reflex auf seine Wiederbegegnung mit Franz Schuberts "großer" C-Dur Sinfonie, die Schumann 1838/1839 im Nachlass Schuberts entdeckt hatte. Neben den Orchesterwerken bietet das Programm auch einige der schönsten Chorlieder Robert Schumanns - darunter "Das Schifflein" auf einen Text von Ludwig Uhland, das mit zwei Soloinstrumenten aus dem Orchester, Querflöte und Horn, begleitet wird.

Clara Schumann war begeistert über die Jubiläumsfeierlichkeiten und das Konzert. An ihre Freundin Rosalie Leser schrieb sie über den Abend: "Das Concert am Freitag war ein wahrer Festabend für mich, nicht nur durch die Ehren, die mir widerfuhren, sondern vor allem durch die Herzlichkeit, die das ganze Publicum mich empfinden ließ. Als ich erschien stand alles auf, Tusch gab's auch und endloses Applaudiren und Rufen. Das Concert habe ich wohl kaum jemals so gespielt, fühlte mich den Tag (nach einer durchschlafenen Nacht) so frisch, als wäre ich ein jungen Mädchen. Nach dem Concert traten 3 Damen auf das Podium und überreichten mir vom Vorstand des Museums einen goldn'nen Lorbeerkranz. - Sie können denken, wie ich überrascht war, hatte keine Ahnung davon, auch nicht die Kinder." (fp)

Das Programm dieses denkwürdigen Abends erklingt nun erneut in der 13. Schumann-Gala am 14. September ab 19.30 Uhr in der Lukaskirche in Zwickau. Eintrittskarten sind im Vorverkauf unter anderem in den Ticketshops der "Freien Presse" erhältlich.

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