Hitlergruß und Pöbeleien vor Gericht

Angeklagter beschimpft Richter und Zeugen

Zwickau.

Sechs Justizwachtmeister und Polizisten waren am Mittwoch nötig, um einen Angeklagten am Zwickauer Amtsgericht in den Griff zu bekommen. Angeklagt war ein 1963 geborener Mann wegen Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. Der Zwickauer hatte beim Betreten des Bürgerbüros am 10. Januar 2019 den Hitlergruß gezeigt und "Sieg Heil" gerufen. Auch beim Verlassen des Raumes wiederholte er den Nazi-Gruß. Vor Gericht wollte der Mann offenbar unbedingt beweisen, dass die Anklage zurecht erfolgt war. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin weigerte er sich zunächst, auf der Anklagebank Platz zu nehmen, wiederholte dann auch vor Gericht mehrfach den Hitlergruß und beschimpfte Richter, Staatsanwalt und Zeugen lautstark mit Nazisprüchen. Zum Richter sagte er zudem, dass er "seinen Scheiß allein unterschreiben" solle.

Als er sich gar nicht mehr beruhigen wollte, griffen schließlich Justizwachtmeister und Polizisten ein, um eine ordnungsgemäße Verhandlung zu gewährleisten. Doch auch das blieb ohne Erfolg. Der Angeklagte steigerte sich immer mehr in die Angelegenheit hinein. Auf die Frage, wie er heißt, sagte er "Adolf Hitler". Richter Jürgen Dietel hatte davon irgendwann die Nase voll. Noch vor der Verlesung der Anklageschrift brach er die Verhandlung ab und verhängte eine siebentägige Ordnungshaft. Am Montag will das Gericht einen neuen Versuch starten, das Verfahren in Gang zu bringen. (nkd)


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