Hochhäuser haben brennendes Problem

Häufig rückt die Berufsfeuerwehr Zwickau zu Einsätzen in Mehrgeschosser aus - ohne, dass es tatsächlich brennt. Das liegt an den Brandmeldeanlagen, die Alarm schlagen.

Zwickau.

Immer wieder gehen in der Rettungsleitstelle Zwickau Notrufe aus verschiedenen Hochhäusern in der Muldestadt ein - abgesetzt von den installierten Brandmeldeanlagen vor Ort. Doch in vielen Fällen erweisen sich die Meldungen als Fehlalarm, die Berufsfeuerwehr muss dann unverrichteter Dinge wieder abziehen. Besonders ärgerlich ist das, wenn auch freiwillige Feuerwehren mit ausrücken, denn die Kameraden lassen in solchen Fällen am Arbeitsplatz meist alles stehen und liegen.

Insgesamt 28-mal schlugen seit Januar Brandmeldeanlagen in der Muldestadt Alarm, der sich am Ende als Fehlalarm entpuppte - vor allem in größeren Firmen oder Lagerstätten. 13-mal rückte die Berufsfeuerwehr im laufenden Jahr in die Hochhäusern an der Neuplanitzer Straße, der Katharinenstraße, der Nicolaistraße und der Moseler Straße aus, wie Enrico Pohl, Leiter der Leitstelle Zwickau auf Anfrage der "Freien Presse" mitteilte. Immer war es falscher Alarm.

Die Ursachen, dass die Anlagen einen Notruf absetzen, sind verschieden. Mal ist es angebranntes Essen und eine damit verbundene Rauchentwicklung, ein anderes Mal lösten Bauarbeiten einen Alarm aus. Drei Mal wurde der Handdruckmelder absichtlich eingeschlagen. In sechs Fällen ist die Ursache unklar.

Doch ein unnötiges Ausrücken der Feuerwehr kann teuer werden. Im Schnitt kosteten die Einsätze in den Hochhäusern die 700 Euro, wie Pohl sagt. Dieser Preis berechnet sich nach der Gebührensatzung der Stadt. Zu tragen habe diese Kosten der Eigentümer, der auch für die Brandmeldeanlage zuständig ist.

Eigentümer der Hochhäuser ist die Zentrale Boden Vermietung und Verwaltung. Das Unternehmen sei nun am Zug, die Fehler der Brandmeldeanlage zu beheben. Wie eine Sprecherin des Unternehmens auf Anfrage der "Freien Presse" mitteilt, habe man bereits reagiert. "Wir haben die Einstellungen an der Brandmeldeanlage und die Sensibilität der einzelnen Rauchmelder überprüfen lassen", hieß es. Diese entsprechen laut der Sprecherin den vorgegebenen Normen. Dennoch seien innerhalb der Toleranzen nachgebessert worden. Die Anlagen reagieren nun weniger sensibel. Seitdem habe sich nach Angaben des Eigentümers die Anzahl der abgesetzten Fehlalarme stark verringert.

Die Kosten habe das Unternehmen vollständig übernommen, eine Umlage auf die Mieterinnen und Mieter in den Hochhäusern habe es nach den Worten der Sprecherin nicht gegeben. Damitin Zukunft noch weniger falsche Notrufe von den Anlagen abgesetzt werden, will das Unternehmen auch die Mieter für das Thema sensibilisieren. "Wir werden die Bewohner bezüglich des Rauchens und starker Staubentwicklung sensibilisieren." Dadurch soll in Zukunft auch verhindert werden, dass der Feuermelder mutwillig ausgelöst wird.

Bei diesem Vorhaben stehe dem Unternehmen das städtische Feuerwehramt zur Unterstützung bereit. "Die Abteilung Vorbeugender Brandschutz steht hierbei gern als Berater an der Seite der Eigentümer", sagt Enrico Pohl.


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