Hochschule erweitert Angebot: Ausbildung für Ausbilder

Die Bildungseinrichtung in Zwickau entwickelt sich weiter. Dabei lässt sie auch alte Tugenden nicht außer Acht.

Zwickau.

Auf die Westsächsische Hochschule Zwickau (WHZ) kommen einige Änderungen zu. Denn der bisherige Hochschul-Entwicklungsplan läuft im kommenden Jahr aus und soll durch drei Verträge ersetzt werden. Mit der Nachfolge-Regelung, die noch im Detail verhandelt werden muss, sieht Rektor Stephan Kassel gute Chancen, für die WHZ mehr Personal binden zu können.

"Nahezu an jeder sächsischen Hochschule muss Personal aufgestockt werden", schätzt er ein. In der Vergangenheit wurde seiner Aussage nach eine Reihe von befristeten Stellen geschaffen, ohne dass deren Zukunft diskutiert wurde. Inzwischen schätzt Kassel die Aussichten als gut ein, dass zumindest ein Teil der auf diesen Stellen beschäftigten Frauen und Männer einen unbefristeten Vertrag unterzeichnen kann. Konkret hat der Rektor für die WHZ rund 40 Stellen - die nicht alle in Vollzeit sind - im Auge, die als reguläre Stellen in den Personalplan über den "Zukunftsvertrag Studium und Lehre stärken"eingegliedert werden sollten.

Das ist aber nur ein Teil der Vorhaben, über die Vertreter der WHZ mit dem Ministerium in Dresden sprechen. Auch Änderungen im Stundenplan werden eine Rolle spielen, die den neuen "Pakt für Innovation in der Hochschullehre" betreffen. Laut Kassel gibt es Überlegungen, das Kursangebot der Westsächsischen Hochschule zu erweitern. "Wir sind vom Ministerium und von Wirtschaftsverbänden angesprochen worden, ob wir uns im Bereich der Pflegepädagogik sowie der Ingenieurspädagogik engagieren wollen." Mit anderen Worten: Es sollen Menschen ausgebildet werden, die wiederum künftige Dozenten ausbilden.

Prinzipiell nehme man diese Anregung positiv auf, so der Rektor. "Wir sind auf diesem Gebiet gut aufgestellt." Die Ausbildung in den Gesundheits- und Pflegewissenschaften laufe ebenso gut wie die Ingenieursausbildung. "Wir haben beispielsweise eine Reihe von Professoren, die Pflege und Lehre bereits jetzt verknüpfen." Auch die klassischen Ingenieursberufe haben sich mit der Zeit geändert. Längst sind nicht nur technische Fähigkeiten gefragt, sondern auch sogenannte Soft Skills, etwa Fähigkeiten im Umgang mit Menschen. Auch die Zusammenarbeit zwischen Menschen und Maschinen müsse neu gedacht werden - dazu brauche man Dozenten, die über das Althergebrachte hinausdenken.

Für die Verhandlungen mit dem Ministerium arbeite man an einem Konzept für ein neues Studienprogramm. Eine Rückkehr der ehemals in Zwickau ansässigen Pädagogischen Hochschule soll es aber nicht geben. Stephan Kassel ist klar, dass die Verteilung der Studienangebote in Sachsen geregelt ist und in den vergangenen Jahren strukturiert wurde - was unter anderem den Verlust der Architektenausbildung für Zwickau bedeutete. "Wir sind uns unseres Erbes bewusst. Aber diese neuen Pläne - wenn sie denn umgesetzt werden - sind nur ein kleines, spezielles Angebot." Diese könnten das bestehende Studienprogramm der WHZ ergänzen.

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