Höhle ist ein ideales Versteck für Kinder

Die Kita "Planitzer Kinderwelt" konnte jetzt die Kinderkrabbelstrecke in Betrieb nehmen - eine Finanzierung mit Pannen.

Zwickau.

Die Erzieherinnen der "Käferchen"-Gruppe der Zwickauer Kindertagesstätte "Planitzer Kinderwelt" müssen jetzt genauer hinschauen, ob alle ihre zehn Schützlinge auch tatsächlich anwesend sind. Der Gruppenraum bietet nämlich für die Steppkes im Alter von ein bis zwei Jahren einen idealen Platz zum Verstecken. In der neuen Kinderkrabbelstrecke befindet sich eine kleine Höhle, in die sich die Kleinsten in der Kita zurückziehen können. Gut ausgepolstert bietet sie auch die Gelegenheit zu einem unbeobachteten Nickerchen.

Das drei Meter lange hölzerne Spielgerät, das unter anderem auch mit einer Rutsche, einem Baumhaus und einer Klettermöglichkeit aus- gestattet ist, stand lange auf der Wunschliste. "Sie ist vor allem für die Schulung der Wahrnehmungen und Sinne sowie für die Entwicklung der Grob- und Feinmotorik wichtig", sagte Kita-Chefin Katja Heinzig. Die Kinderkrabbelstrecke sei vom ersten Tag an gut angenommen worden und werde jeden Tag neu erkundet.

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Aus eigenen Mitteln hatte die vom Arbeiter-Samariter-Bund als freiem Träger betriebene Kita das Spielgerät nicht finanzieren können. Daher hatten Eltern die Idee, das Vorhaben im Bürgerhaushalt 2018 der Stadt unterzubringen. Fast hätten sie das auch geschafft. Doch dann machte ihnen eine Panne einen Strich durch die Rechnung. Bei der endgültigen Entscheidung über die Vergabe der Mittel fehlte die Krabbelstrecke plötzlich. Schließlich wandten sich Eltern an den Stadt- und Kreisrat Friedrich Hähner-Springmühl (CDU), der es schaffte, dass dafür circa 2200 Euro im städtischen Haushalt für das Jahr 2019 eingestellt werden.

Jetzt hoffen Katja Heinzig und ihre Kollegen, dass die Kinderkrabbelstrecke bald in einer sanierten Kindertagesstätte steht. Für 2021 sei ihr die Baumaßnahme jetzt zugesichert worden. Allerdings habe es in den vergangenen Jahren wiederholt derartige Aussagen aus dem Rathaus gegeben. Immerhin ist die städtische Immobilie inzwischen rund 65 Jahre alt. Vieles, darunter die Elektrik, ist noch im Zustand aus jener Zeit. Für Friedrich Hähner-Springmühl ist es unverständlich, dass die Stadt nicht mehr in die Immobilie und damit auch in die Kinderbetreuung investiert. "Da muss dringend etwas gemacht werden", sagte er. Er glaubt, dass freie Träger in diesen Fragen eher stiefmütterlich behandelt werden.

Dabei stehen durchaus Fördermittel zur Verfügung. Allerdings hat die Stadt Zwickau in diesem Jahr nur zwei Anträge für Sanierungen der von freien Trägern genutzten städtischen Gebäuden beim Landratsamt gestellt. "Da müssten mehr Förderungen eingereicht werden", stellt Hähner-Springmühl klar und fordert die Stadt zum Handeln auf.

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