Hoffen auf Rettung: Das "Capitol" hat neuen Besitzer

Zwickau ging beim Preispoker leer aus. Die SPD, die mit der Kinorettung Wahlkampf gemacht hatte setzt auf den Investor.

Zwickau.

Das ehemalige Planitzer Kino "Capitol" hat einen neuen Besitzer. Nach der Pleite des bisherigen privaten Eigentümers hat der Insolvenzverwalter einen Käufer für das völlig marode Bauwerk gefunden. Was der neue Eigentümer mit dem altehrwürdigen Kino vorhat, war gestern nicht zu erfahren.

Damit geht die Stadt Zwickau im Verkaufspoker leer aus. Nachdem im Rathaus viele Jahre immer wieder betont wurde, man werde die Immobilie nicht kaufen, hatte man im Frühjahr auch mit Blick auf den Zustand des Gebäudes die Meinung geändert. Die SPD-Fraktion, die die Rettung das "Capitols" zum Thema für die Stadtratswahl gemacht hatte, setzte im Finanzausschuss hinter verschlossenen Türen durch, zunächst 60.000 Euro für den Kauf der Ruine zur Verfügung zu stellen. Doch dieses Angebot war dem Insolvenzverwalter zu niedrig. "Das kommunale Vorrecht hat in diesem Falle nicht zum Erfolg geführt", sagte Bürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU). Der Insolvenzverwalter ist den Gläubigern verpflichtet. "Da hat der private Bieter einfach mehr Geld geboten", begründete Köhler.


Die SPD hatte mit dem angedachten Kauf des ehemaligen Kinos im Mai noch um die Gunst der Wähler gebuhlt und dazu auch eine inzwischen nicht mehr öffentlich erreichbare Internetseite eingerichtet. Darauf konnten die Zwickauer ihre Vorstellung zur künftigen Gebäudenutzung eintragen. Groß sei dort die Resonanz nicht gewesen, sagte Fraktionschef Jens Heinzig ohne eine Zahl zu nennen, wie viel Vorschläge eingegangen sind. In persönlichen Gesprächen seien die Zwickauer aufgeschlossener gewesen. Glücklich ist er mit dem Verkauf nicht. "Jetzt hat es wieder ein Privater", sagte er. Der Kommunalpolitik bleibe jetzt nichts weiter übrig, als Druck zu machen, dass sich diesmal etwas bewegt. "Wir werden das ,Capitol' im Auge behalten", sagte Heinzig.

Carl Zimmermann hatte 1938 das Kino "Capitol" bauen lassen. Bis 1994 wurde es betrieben. Seitdem steht es leer. Bis 2015 scheiterten alle Versuche, die Immobilie zu verkaufen. Auch der Arbeiter-Samariter-Bund, der als Kaufkandidat gehandelt worden war, sprang 2013 ab. Das Projekt sei nicht zu finanzieren, hieß es. Danach gelangte es in den Besitz des Privatmannes, der jedoch Insolvenz anmelden musste, bevor er einen Euro investieren konnte.

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