Hohe Nachfrage bei Seife

Virus-Experten empfehlen regelmäßiges Händewaschen. Davon profitieren auch regionale Seifen- und Kosmetikhersteller.

Hartenstein/Neukirchen.

Gründliches Händewaschen mit Seife ist als probates Mittel gegen die Verbreitung des Coronavirus anerkannt. Seife als Produkt ist daher derzeit stärker nachgefragt. Die häufige Entfettung der Haut lässt auch die Nachfrage nach Hautpflegeprodukten steigen. Das alles beobachtet auch Nora Benjdya. Sie führt zusammen mit ihrem Mann und ihrer Mutter das Seifen-Geschäft "Majorelle Seifen" in Hartenstein. Spezialisiert ist die Manufaktur auf Naturseifen aus Pflanzenölen. "Engpässe bei den Rohstoffen gibt es noch nicht, bis auf die Desinfektionsmittel für die Arbeitsflächen", sagt Benjdya. "Allerdings haben wir Probleme mit langen Lieferzeiträumen von bis zu vier Wochen."

Auch die Nachfrage nach Seife im Geschäft sei gestiegen, obwohl der Direktvertrieb und Verkauf auf Märkten derzeit nicht möglich sind. "Dadurch können wir mit den Kunden nicht persönlich in Kontakt treten und diese über unsere Produkte informieren", sagt die Kosmetikherstellerin. Dafür würde der Online-Handel über den eigenen Shop im Moment gut laufen und der Kundenstamm stetig wachsen.

Auch das Unternehmen Odvital Cosmetics in Neukirchen an der Pleiße ist auf die Produktion von kosmetischen Produkten spezialisiert. "Wir orientieren uns derzeit auf Produkte, die im Rahmen der Coronakrise auf dem Markt gebraucht werden", sagt Geschäftsführer Harald Draeger. Dazu zählen einige antivirale Desinfektionsmittel und Flüssigseifen.

Die Situation der Rohstoffe bezeichnet er zwar als angespannt, aber bisher gebe es noch keine gravierenden Einschränkungen zu beklagen. "Dank Lieferbeziehungen zu langjährigen Lieferanten, hauptsächlich im deutschen und europäischen Raum, halten sich Engpässe im Rahmen", sagt Draeger. "Wir erleben die höhere Nachfrage nach Seifen und Reinigungsmitteln gerade sehr deutlich.". Odvital Cosmetics stellt seit rund 100 Jahren Produkte aus dem kosmetischen Bereich her. "Wir sehen zudem positive Entwicklungen im Online-Handel", sagt Draeger.

Die Firma Nordpol aus Glauchau, die mit ihren fünf Mitarbeitern unter anderem Handwaschpaste herstellt, wollte sich auf Nachfrage der "Freien Presse" nicht dazu äußern, wie sich das Geschäft in der Coronakrise entwickelt und ob es möglicherweise Lieferengpässe gäbe.

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