Hohe Wollpreise sind Problem

Steigende Kosten für Rohstoffe machen der Zwickauer Kammgarnspinnerein zu schaffen. Die Geschäftsführung will sich deswegen neu ausrichten.

Silberstraße.

Für die Zwickauer Kammgarnspinnerei (ZKS), die im Wilkau-Haßlauer Ortsteil Silberstraße produziert, war das Jahr 2018 eines mit besonderen Herausforderungen. "Die Preise für Wolle sind deutlich gestiegen, und es ist für dieses Jahr noch keine Entspannung in Sicht", sagte Geschäftsführerin Beate Wilms. Wolle wird in etwa 60 Prozent der Produktion eingesetzt. Sie wird vorrangig aus Australien bezogen, aber auch aus Südamerika und England. Auch die für die Färberei notwendigen Chemikalien hatten sich im vergangenen Jahr deutlich verteuert. Zahlreiche Werke in Nahost seien wegen mangelnder Nachhaltigkeit geschlossen worden, begründet Wilms. Für die Umwelt nutzbringend, schlagen die Kosten durch die Verknappung der Kapazitäten jedoch auf die Situation der Hersteller.

ZKS gehört neben dem Hersteller für Jaquardgewebe Ertex in Rodewisch (Vogtland) zur Berliner Peppermint-Holding. Einst klassischer Wollspinner produziert das Unternehmen nunmehr ein umfangreiches Sortiment von Woll- und Wollmischgarnen bis zu High-Tech-Garnen. Die Endproduzenten fertigen daraus unter anderem Sitzbezüge für Bahnen und Flugzeuge, Schutztextilien, Bekleidung für Polizei und Behörden, Dekostoffe für Hotels und Kreuzfahrtschiffe sowie Mode. Besonders die Bereiche Arbeits- und Schutzbekleidung sowie Mobilität wurden stark ausgebaut. "Wir arbeiten dabei eng mit Faserlieferanten und renommierten Forschungsinstituten zusammen", meinte die Geschäftsführerin. Rund 50 Prozent der Produktion werden exportiert.

Sascha Aurich

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Die gebürtige Rheinländerin führt seit Mitte Oktober vergangenen Jahres gemeinsam mit Hans-Joachim Gierse die Geschäfte der ZKS. Bis dahin war Ingeborg Neumann, geschäftsführende Gesellschafterin der Peppermint-Gruppe, alleinige Geschäftsführerin. Sie will sich künftig noch intensiver um die strategische Ausrichtung der Gruppe kümmern. Wilms ist Textilingenieurin und hat sich bei ihren Stationen in verschiedenen Bereichen und Funktionen in der Textilindustrie umfangreiches Wissen und Erfahrungen erarbeitet.

In den nächsten Jahren sieht sie ihre Arbeit unter anderem darin, die Synergien der 1997 gegründeten Peppermint-Gruppe noch weiter auszuschöpfen. In der Gruppe existiert noch eine Wertschöpfungskette von der Garnherstellung bis zur Veredlung. Das ist mittlerweile in der Textilindustrie sehr selten und damit ein Wettbewerbsvorteil. In der ZKS arbeiten 180 Mitarbeiter, davon 17 Auszubildende. Bei der Gewinnung von Nachwuchs bezieht das Unternehmen in den letzten Jahren verstärkt Migranten ein.

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