Horch und sprich

Der ganz normale Schwansinn: Was Zwickau diese Woche bewegte

Schöne Männer, die unschöne Inhalte verbreiten ... nein, die Rede ist diesmal nicht von den Landtagskandidaten der AfD im Landkreis Zwickau, die derart von ihren Plakaten herunterstrahlen, dass man ihnen spontan die Führung des spartanischen Heeres in der Schlacht gegen die Perser anvertrauen möchte. Wenn sie sich denn überhaupt auf den Wahlplakaten zeigen. Und nicht nur plumpe Sprüche für Menschen mit geringem Reflexionsvermögen und/oder fehlender Scham.

Nein, die Rede ist auch nicht von den Kollegen in der Zwickauer Redaktion der "Freien Presse". Denn, mit Verlaub, im Krieg gegen die Perser wären die vermutlich total unnütz, so wie die schon jammern, wenn die mal im Selbsttest eine Brühlette herunterwürgen sollen. Oder über eine Wahlkampf-Veranstaltung berichten müssen.


Und dreimal nein, hier kommt auch kein längerer Sermon über Grünen-Chef Robert Habeck, der diese Woche das "Alte Gasometer" überfüllt und damit die Erwartungen eines tapferen Häufleins (Selbst-)Gerechter übererfüllt hat. Obwohl man sogar noch den einen oder anderen interessierten Besucher ausgeschlossen hatte, den niemand bei klarem Verstand gern in die Nähe eines Mikrofons lässt.

Gemeint ist vielmehr erstens Michael Kretschmer. "Uns bleibt auch in den nächsten fünf Jahren nichts anderes übrig, als immer wieder den Leuten zuzuhören", sagt der sächsische Besuchus maximus am Dienstag bei seiner 72. Visite in Zwickau - und vor ihren inneren Augen kaufen sich in dem Moment nicht wenige Anwesende ein One-Way-Ticket nach Berlin. Mit Umstieg in Leipzig. Beziehungsweise Leipzig und Altenburg. Und dann gesteht Kretschmer auch noch allen Ernstes, Anhänger von Rasenballsport zu sein - obwohl er gerade vom Vorstandssprecher des FSV Zwickau begrüßt wird!

Gemeint ist vielmehr zweitens Holger Zastrow, FDP-Spitzenkandidat bei der anstehenden Landtagswahl und noch nicht ganz so oft in Zwickau. Zumindest findet er bei seinem Besuch am Montag den Georgenplatz nicht gleich. "Man muss vor allem zuhören können", sagt er zu dem zuhörenden Journalisten, der tief in sich ein Gefühl unendlicher Verlassenheit aufsteigen spürt - und dann doch noch einen Satz zu hören bekommt, der ihm Hoffnung macht. "Irgendwann", sagt der Liberale in Richtung des Christdemokraten, mit dem er ganz gern eine gut aussehende Minderheitsregierung bilden würde, "muss man eben aufhören zu reden und einfach Dinge entscheiden."

Was dann für weiteren Gesprächsbedarf sorgt, verzwickt und zugenäht!

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