Horst kommt jetzt auf den Schornstein

Stürme haben dem Storchennest auf der Impa-Esse arg zugesetzt. Jetzt wird eine Nisthilfe installiert, die bisher nur Anschauungsmaterial war.

Zschocken.

Wenn die Störche wieder aus dem Süden kommen, dann können sie sich auf der Impa-Esse an der Lichtensteiner Straße im Hartensteiner Ortsteil Zschocken ins gemachte Nest setzen. Biologe Maximilian Fraulob, Koordinator in der Kreisnaturschutzstation Gräfenmühle in Neukirchen, hat am Donnerstagmorgen einen neuen Horst, wie das Storchennest genannt wird, angeliefert. Den wollte Dachdeckermeister Volker Kunz eigentlich gleich in luftiger Höhe befestigen.

"Aber die Auffahrt ist heute wirklich zu glatt für das Heranschaffen der Hebebühne. Sobald das Wetter besser ist, bringe ich das Nest oben an", verspricht der Handwerker, der bereits vor ein paar Jahren die vorige Nisthilfe installiert hatte. Maximilian Fraulob gibt ihm noch ein paar Ratschläge. So soll Kunz über dem Wagenrad eine Schicht Grasnarbe aufbringen und diese mit etwas Heu oder Stroh abdecken. Der Biologe berichtet, dass der bisherige Horst durch Stürme beschädigt worden war. Über die sogenannte Artenhilfe-Sofortmaßnahme für den Weißstorch habe der Landkreis Fördergeld vom Land bekommen, um eine neue Storchenwohnung dort oben befestigen zu können.

Christoph Ulrich

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Der Horst selbst allerdings ist ein Geschenk von Hannelore Thuß. Die Hartensteinerin berichtet, dass sie vor ihrer Pensionierung als Museumspädagogin im Naturkundemuseum in Chemnitz gearbeitet hat. "Dort habe ich Kinder auch mit dem Weißstorch vertraut gemacht", sagt sie und erzählt, dass sie bei einem Frohburger Spezialisten das Fertigen eines Horstes erlernen und für ihre Arbeit selbst einen herstellen wollte. Doch der Mann habe ihr gleich ein selbstgefertigtes Nest verkauft, das sie als ihre Leihgabe mit ins Museum nahm. Da sich inzwischen in dieser Einrichtung das Profil geändert hat, holte Hannelore Thuß ihren Horst nach Hause und stellte ihn nun für die Impa-Esse bereit. "Ich bin gespannt, ob die Nisthilfe von Störchen angenommen wird, ob sich vielleicht dieses Jahr erstmals ein Paar dort niederlässt."

Der erste Horst war schon vor ein paar Jahren auf dem Schornstein installiert worden. "Wir haben auch beobachtet, dass immer mal wieder Störche kamen. Aber geblieben sind bisher keine", konstatiert CDU-Stadträtin und Naturfreundin Nadine Sachs. "Doch auf der Esse der Gärtnerei neben dem ,Gutshof' hat es ja auch ein paar Jahre dauert, bis der Horst angenommen wurde." Das stimmt. Bereits 2001 waren dort erstmals Adebare gesichtet worden. 2007 konnten sich Storchenfreunde, die die Rotschnäbel jedes Jahr beobachtet haben, zum ersten Mal über Junge freuen. Inzwischen haben die unter Naturschutz stehenden Vögel dort 26 Küken ausgebrütet. Die Naturfreunde hoffen nun, dass sich auch auf dem Impa-Schornstein den Sommer über Adebare ansiedeln.

Warum das neue Nest schon jetzt im Winter drauf kommt? "Die ersten Störche, die nicht mehr in Afrika, sondern in Spanien oder Portugal überwintern, werden schon ab Mitte Februar in der Region zurückerwartet", begründet Jens Hering von der unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt die Eile.

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