Hort-Bau: Widerstand regt sich

Die sanierungsbedürftige Turnhalle an der Comeniusschule soll abgerissen werden. Sie soll dem Neubau eines Hortes weichen.

Wilkau-Haßlau.

Die Stadtverwaltung bleibt dabei: Die Turnhalle an der Comeniusschule in Wilkau-Haßlau wird abgerissen. Das sanierungsbedürftige Gebäude soll dem Neubau eines Kinderhortes weichen. Die Schüler sollen dann für den Sportunterricht die Halle an der Mozartstraße nutzen. "Die haben wir für über 1 Million Euro gekauft", sagte Bürgermeister Stefan Feustel (CDU). Die Sporthalle müsse dann auch entsprechend genutzt werden. Spätestens wenn die neue Turnhalle am Gymnasium "Am Sandberg" eingeweiht ist, stehen an der Mozartstraße ausreichend Kapazitäten für den Schulsport zur Verfügung. Freilich gibt es weder für den Abriss noch für die Baumaßnahme einen Beschluss des Stadtrates geschweige denn konkrete Planungen.

Dennoch regt sich in der Bevölkerung der Widerstand. Matthias Metzing, der im Mai als Stadtrat für Die Linke kandidiert hatte und nur knapp den Einzug in den Rat verpasste, hält die 1989 gebaute Halle durchaus für sanierungswürdig. "Das Ganze ist ein Schildbürgerstreich", sagte er. Es seien offenbar nie Alternativen geprüft worden.

Dem widerspricht Feustel. "Die Bausubstanz wurde untersucht", sagte er. Aus dem Gutachten gehe hervor, dass die Turnhalle nicht mehr zu retten ist. "Wir hätten dann später vermutlich mehr Probleme mit der Halle als jetzt", sagte er. Die Grundschüler vom Neubaugebiet an der Cainsdorfer Straße bis zur Mozartstraße laufen zu lassen, hält er für keine gute Idee. "Da geht die halbe Schulstunde schon für den Weg verloren", sagte er - von den Gefahren auf der Strecke ganz zu schweigen.

Fest steht: Die Stadt muss einen neuen Hort bauen. Bis zum Umbau der Kindertagesstätte "Heinrich Dietel" waren die Mädchen und Jungen dort untergebracht. Dann wurden sie in die Comeniusschule umquartiert, wo sie die Zeit vor und nach dem Unterricht in Klassenräumen verbringen müssen. Das hatte wiederholt zu Protesten geführt. Daher hatte die Stadt, offenbar unterstützt von der CDU-Fraktion im Stadtrat, einen Neubau auf dem Gelände der Turnhalle favorisiert. Metzing hält das für nicht ausgegoren. "Es müssen Zahlen auf den Tisch, was der Abriss und der anschließende Neubau kosten", fordert er.

Auch die Fraktion Die Linke hatsich inzwischen Gedanken übereinen neuen Hort gemacht. "Wir sehen da durchaus Optionen", sagte der Vorsitzende der Fraktion, Hans-Günther Wilhelm. Er kann sich vorstellen, dass der neue Hort auf dem Gelände des früheren Einkaufsmarktes gegenüber dem Schulgebäude entsteht. "Denkbar ist auch ein Neubau hinter dem Schulhaus", sagte Wilhelm. Dafür allerdings würden private Flächen benötigt.

Matthias Metzing hat noch eine Idee: "Man könnte auch einen der fast leer stehenden Neubauten in Schulnähe nutzen", sagte er. Entweder man reiße den Block ab und baue neu oder man entferne die oberen Stockwerke, schlägt er vor. Im Technischen Ausschuss will die Verwaltung das Projekt im Februar vorstellen.

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