Hundesteuer steigt um ein Drittel

Nach zehn Jahren müssen Hundebesitzer mehr Geld für ihre bellenden Freunde bezahlen. Einstimmig fiel der Beschluss nicht aus.

Wilkau-hasslau.

Die 456 in Wilkau-Haßlau lebenden Halter von Hunden müssen ab dem 1. Januar wesentlich mehr Geld für ihre bellenden Lieblinge ausgeben. Der Stadtrat beschloss auf seiner jüngsten Sitzung eine Anhebung der Hundesteuer. Demnach muss für den ersten Hund 90 Euro pro Jahr bezahlt werden. Bisher sind es 60 Euro. Für jeden weiteren Hund sind 120 Euro fällig (bisher 72 Euro).

Mit den neuen Steuersätzen hat sich die Stadt dem Preisniveau der Kreisstadt Zwickau angepasst. Auch wenn derzeit zumindest offiziell keine Kampfhunde in Wilkau-Haßlau angemeldet sind, wurden auch deren Steuern von 240 auf künftig 402 Euro angehoben. Die Stadtkasse erwartet Einnahmen aus der Hundesteuer in Höhe von 44.200 Euro ab dem kommenden Jahr, etwa 15.000 Euro mehr als 2016. Die neue Satzung löst die zehn Jahre alte Preisgestaltung bei Hundesteuern ab.

Einig waren sich die Räte bei der Abstimmung allerdings nicht. Vor allem die Fraktion Die Linke stimmte gegen die Beschlussvorlage. Dort sieht man den Hund als Sozialpartner unter anderem für ältere Menschen. Joachim Michel (Die Linke), selbst Hundezüchter, sieht in Hunden auch einen Wirtschaftsfaktor. "Die Besitzer kaufen Futter und Ausstattung oder besuchen Hundeschulen", sagte er. Stadtrat Rainer Voigt (CDU) brachte es auf eine pragmatische Formel: "Wir bitten einzelne Hundebesitzer zur Kasse. Aber wegen der Haushaltslage bleibt uns keine andere Wahl."

Bürgermeister Stefan Feustel (CDU) war sich des Problems bewusst. "Es wird sicher wieder die Frage von Hundehaltern gestellt, was denn die Stadt mit dem Geld für sie tut", sagte er. Grundsätzlich ist die Steuer, die einst als Luxussteuer eingeführt wurde, jedoch nicht an Gegenleistungen gebunden. Trotzdem leiste die Stadt einiges. "Der Aufwand, den die Mitarbeiter des Bau-

hofes Tag für Tag haben, um die Hin terlassenschaften von den Gehwegen und besonders von der Hängebrücke zu beseitigen, lässt sich nicht in Zahlen fassen", betonte er.

Zudem seien in der Stadt Hundetoiletten aufgestellt worden, die regelmäßig mit neuen Beuteln ausgestattet werden. Illusionen allerdings gibt sich Feustel nicht hin. "Es ist nicht zu erwarten, dass die Gehwege wegen der höheren Hundesteuer sauberer werden."

In diesem Zusammenhang wunderte sich Uwe Tauscher (CDU), dass nur für Hunde eine Steuer erhoben wird, für Katzen und Pferde jedoch nicht. Beide Tierarten, so Tauscher hinterlassen auch ihren Kot. "Die Pferdehäufen auf Straßen sind nicht zu übersehen", sagte er. "Und die bleiben auch liegen".

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