Immer mehr Katzen weg

Nachdem in Culitzsch 19 Katzen vermutlich den Tod fanden, sind jetzt auch in Cunersdorf zehn Tiere spurlos verschwunden.

Culitzsch/Cunersdorf.

Das mysteriöse Verschwinden von Hauskatzen im Culitzscher Oberdorf hat offenbar deutlich größere Ausmaße als bisher bekannt. Vor allem scheint es ähnliche Fälle auch in anderen Orten in der Umgebung zu geben.

Nachdem "Freie Presse" über den vermuteten Tod von insgesamt 19 Freigängerkatzen in Culitzsch berichtet hatte, meldete sich ein Mann aus dem benachbarten Cunersdorf, der lieber unerkannt bleiben möchte. Auch dort seien in den vergangenen fünf Wochen zehn Katzen spurlos verschwunden. "Fünf davon haben bei mir gelebt", sagte er. Alle anderen seien einfach über Nacht bei Nachbarn verschwunden. "Es ist mir ein völliges Rätsel, wie die Tiere einfach so abhanden kommen können", sagte er.

Wie zuvor in Culitzsch hat auch in Cunersdorf keiner etwas bemerkt. Nirgendwo wurde eine tote Katze gefunden, die von einem Auto überfahren wurde. Auch verletzte Tiere haben sich nicht vor die eigene Haustür geschleppt. Verdächtige Autos wurden ebenfalls nicht gesichtet. Rätselraten herrscht in beiden Orten. "Natürlich wissen wir, dass Katzen schon mal einige Zeit untertauchen", sagte Sigrid Wagner, die den inzwischen unheimlich gewordenen Fall an die Öffentlichkeit gebracht hatte. Die meisten Stuben- tiger kämen allerdings irgendwann zurück.

Immer häufiger ist von einem Katzenhasser die Rede, der sich der Tiere bemächtige. Wie der an die Tiere kommt, ist dabei ebenso wenig bekannt wie seine Motive? Weder in Cunersdorf noch in Culitzsch wurden Fallen, Giftköder oder ähnliches entdeckt. "In Dörfern würde so etwas auffallen", sagte Sigrid Wagner. Außerdem: Normalerweise bringen Katzenhasser ihre Taten irgendwie an die Öffentlichkeit.

Die Bewohner im Culitzscher Oberdorf befürchten, dass ihre Lieblinge einem Tierfänger in die Hände gefallen sind. Man höre ja immer wieder davon, dass Katzen an Reptilien verfüttert werden würden. Der unteren Naturschutzbehörde sind allerdings keine Züchter von Repti- lien in der Gegend bekannt - zumindest keine legalen. Katzen haben in der Region kaum natürliche Feinde. Wölfe, die die Katzen jagen, sind in der Gegend nicht zu Hause. Füchse, Luchse und Waschbären machen im Normalfall einen Bogen um Katzen, wenngleich die Experten des Naturschutzbundes Ausnahmen nicht ausschließen wollen. Dass Milane oder Eulen Katzen schlagen, sei zwar schon vorgekommen, gelte aber als nicht sehr wahrscheinlich. "Gesunde Katzen als Nahrung zu fangen, ist aufwendig und für die Raubjäger auch nicht ungefährlich", sagte Nabu-Sprecher Philipp Steuer. Im Veterinäramt hat man keine Erklärung für das Verschwinden der Tiere. Auch lägen keine Beschwerden aus der Bevölkerung vor. Man sollte aber bei einer länger andauernden Abwesenheit von Katzen die Behörde zu informieren. Für genauere Ermittlungen müsse jedoch ein konkreter Tatverdacht vorliegen.

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