Jacober Laternen: Dorf wiederholt Ausschreibung

Landesdirektion bemängelt Fehler im Vergabeverfahren - Fördermittel gelten dennoch als sicher

Mülsen.

Die Gemeinde Mülsen hat den Auftrag zur Umrüstung der Straßenlaternen im Ortsteil Jacob noch einmal ausgeschrieben. Das hatte die Landesdirektion Chemnitz gefordert. Wie Behördensprecher Gunter Gerick erklärte, waren bei der Prüfung des Vergabeverfahrens mehrere Fehler aufgetaucht. Unter anderem stellte die Behörde unklare Festlegungen der Eignungsanforderungen an die Bewerber fest. Zudem fehlten Gründe für die Abweichung vom Gebot der produktneutralen Leistungsbeschreibung. Ein Mitbewerber hatte sich bei der Vergabekammer beschwert und damit Erfolg gehabt.

Nach Angaben von Bürgermeister Hendric Freund (parteilos) bedeutet das, das Vergabeverfahren zu wiederholen und die Ausschreibung erneut bekannt zu machen. Freund: "Die Ausschreibungsunterlagen wurden entsprechend der Feststellungen der Landesdirektion angepasst. Die Bekanntmachung der Ausschreibung erfolgte am 18. Juni." Damit hätten potenzielle Bieter die Möglichkeit, ihre Angebote bis zum 18. Juli abzugeben. Danach werden die Angebote geprüft, gewertet und dem Gemeinderat zur Beschlussfassung vorgelegt, informiert der Bürgermeister. Bange ist ihm nicht, durch diese Zeitverzögerung die Fördermittel zu verlieren. "Das Zeitfenster der Förderung kann trotz wiederholter Ausschreibung eingehalten werden", sagte Freund. Die Gemeinde bekommt die Umrüstung auf energiesparende LED-Technik zu 60 Prozent gefördert.


Als der Auftrag in der Aprilsitzung vergeben werden sollte, gab es bereits Diskussionen. Es wurde klar, dass das Dorf in einen Streit zwischen Lampenanbietern geraten war. Vier Firmen hatten sich um den Auftrag beworben, der eine halbe Million Euro umfasst. Jene, die schon die Laternen in Niclas und Ortmannsdorf umgerüstet hatte, erhielt den Auftrag. Tage vorher hatte ein anonymes Schreiben im Ort die Runde gemacht, das die verwendeten Lampen und deren Montage infrage stellte. Die Leuchten, in die "technische Eigenschaften hineingeschwindelt" worden seien, würden wegen ihrer speziellen Kunststoffschicht (Polycarbonat statt Acrylglaskunststoff) viel zu schnell vergilben, die Galgen (Ausleger), an denen sie angebracht wurden, seien teils überlang und "furchtbar hässlich". Patrick Knoll (Freie Wähler) hegte Zweifel, ob die von der Gemeinde favorisierten Lampen auf dem neusten Stand der Technik sind. Zur von ihm geäußerten Kritik über die Montage erklärte Freund, dass die Firma bereits aufgefordert wurde, die Mängel abzustellen.

Freund erinnerte, dass sich der Rat just für diesen Lampentyp entschieden hatte. Nach Produzentenabgaben ist die Schlagfestigkeit bei Polycarbonat mehr als doppelt so groß wie bei Acrylglas, für Lampen an öffentlichen Straßen und Bus- haltestellen ein entscheidendes Kriterium. (upa)

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...