Jugendliche stellen Recherchen zu NSU-Verbrechen vor

Zwickau (dpa/sn) - Unter dem Motto «Kein Schlussstrich» haben sich Zwickauer Jugendliche in einem Projekt mit den Verbrechen des «Nationalsozialistischen Untergrunds» (NSU) beschäftigt. Im Rahmen einer kleinen Ausstellung sind seit Montag erste Ergebnisse im soziokulturellen Zentrum «Alter Gasometer» zu sehen. Die Schüler und Studenten zwischen 14 und 27 Jahren hatten sich unter anderem mit dem früheren V-Mann Ralf Marschner und anderen NSU-Unterstützern aus der Region befasst. Außerdem führten sie ein Interview mit einem ehemaligen Nachbarn von Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Zschäpe. Ihre Ergebnisse präsentierten sie zum Beispiel in einem Video oder in Texten.

Seit sie sich eingehender mit der Terrorgruppe beschäftigt hätten, setzten sie sich kritischer mit dem Thema Rechtsextremismus auseinander, betonten die etwa 25 Teilnehmer. «Auch die aktuellen Ereignisse von Chemnitz sehe ich deshalb in einem anderen Licht», sagte eine 15-Jährige mit Blick auf die fremdenfeindlichen Proteste in der Stadt. Es dürfe gerade jetzt keinen Schlussstrich bei der Aufarbeitung zum Thema NSU geben.

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