Junge Leute gehen in Zwickau auf die Straße

Am Freitag findet die erste "Fridays For Future"-Demonstration in Zwickau statt. Die Schüler wollen gleichzeitig Forderungen an den Stadtrat stellen.

Zwickau.

Jugend interessiert sich nicht für Politik? Das Gegenteil zu dieser Aussage liefern Jakob Springfeld, Jonas Massag und Jakob Oehler. Die 17-jährigen Schüler gehören zum 40-köpfigen Organisationsteam der ersten "Fridays For Future"-Demonstration in Zwickau. Der Streik soll am 24. Mai stattfinden - also kurz vor den Europa- und Kommunalwahlen. "Wir sehen die Wahlen als Anlass, unsere politischen Forderungen zum Ausdruck zu bringen. Und für die Einhaltung der Pariser Klimaziele, den Kohleausstieg und eine Energieversorgung aus erneuerbaren Energien zu kämpfen", sagt der Werdauer Jakob Oehler, der nach einem Klimastreik in Chemnitz beschloss, dass sich auch in Zwickau etwas tun müsse. Man wolle die internationale Politik zum Handeln auffordern, "denn das globale Problem können wir nicht allein lösen." Politisch passiert nach Oehlers Meinung zu wenig. Die Demonstration, die 13 Uhr auf dem Schumannplatz in Zwickau beginnt, wollen die Schüler gleichzeitig mit einer Müllsammel-Aktion verbinden. Im Vorfeld traf man sich mit weiteren jungen Aktivisten im Jugendtreff des "Alten Gasometers", um Banner und Plakate zu basteln.

Getreu dem Motto "Global denken - lokal handeln!" wollen die Zwickauer Schüler auch in der Region etwas bewirken. "Wir haben konkrete Forderungen an den Stadtrat, was umwelttechnisch besser laufen kann. Beispielsweise wünschen wir uns, dass das Radwegenetz in Zwickau, das einem Flickenteppich gleicht, besser ausgebaut wird und Busse im Halbstunden-Takt verkehren. Zusätzlich werden immer noch viele Flächen versiegelt, sodass Insekten kaum Nahrung finden. Werden diese Rahmenbedingungen geschaffen, machen wir einen maßgeblichen Schritt, um klimaneutral zu werden", so Springfeld.


Die parteiunabhängige Bewegung, die bundesweit durch Ortsgruppen organisiert ist, habe viele Teile der Bevölkerung beeinflusst, so auch Eltern und Wissenschaftler", ist sich Jonas Maasag sicher. Jeder könne einen Teil zum Umweltschutz beitragen. "Ich selbst nutze die Bahn und kaufe überwiegend Glasflaschen und Mehrwegbecher. Ich schaue mir jetzt mittlerweile auch im Supermarkt genauer an, wo ein Produkt herkommt", sagt der junge Zwickauer. Die Europawahl sehen die Schüler nicht als Ende der Bewegung. "Wir werden danach weiter auf die Umweltkrise aufmerksam machen", so der Werdauer Jakob Oehler. Seitens der Schule gab es übrigens keine Probleme: Eine Erlaubnis der Eltern reichte, damit die Schüler an der Demonstration teilnehmen können. In Zwickau werden mehr als 500 Teilnehmer erwartet. An dem globalen Klimastreik am 24. Mai beteiligen sich über 250 Ortsgruppen in Deutschland.

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