Junge Leute wollen in der Politik mitmischen

Seit 2015 wird in Zwickau daran gearbeitet, einen Jugendbeirat zu etablieren. Jetzt gibt es ein Konzept. Das ist gestern mit dem Ziel diskutiert worden, das Gremium noch dieses Jahr auf die Beine zu stellen.

Zwickau.

Mit den Spätis haben Jugendliche im vergangenen Jahr in der Stadt erfolgreich Leute zusammengebracht. Nun geht es darum, dass junge Menschen nicht nur jugendkulturelle Aktionen auf die Beine stellen, sondern aktiv Politik in der Stadt mitgestalten.

Gestern Nachmittag waren knapp 20 Interessierte zur nunmehr dritten Jugendkonferenz in den Alten Gasometer gekommen, um einen Jugendbeirat in der Stadt ins Leben zu rufen. Sophie Horbach (18), Schülerin am Käthe-Kollwitz-Gymnasium, und der Student Hans-Ludwig Meyer (21) stellten ein Konzept für diesen vor, das von jungen Leuten gemeinsam mit dem Stadtrat und der Verwaltung erarbeitet worden ist. Das Gremium soll das Sprachrohr junger Zwickauer sein und den Abgeordneten die Wünsche der Jugendlichen nahe bringen.

Jetzt geht es darum, junge Menschen für die Kommunalpolitik in der Muldestadt und damit auch für die Mitarbeit im Jugendbeirat zu begeistern. Ziel ist es, in diesem Jahr zwölf Mitglieder zu gewinnen, die dann vom Stadtrat bestätigt werden. Diskutiert wurde gestern beispielsweise über den Zeitraum der Mitarbeit in dem Gremium. Eine Teilnehmerin sagte, dass sie nur noch zwei Monate in Zwickau sein wird und fragte, ob sich da das Mittun überhaupt lohne. Einige waren der Meinung, dass fünf Jahre - das entspricht einer Legislaturperiode des Stadtrates - Interessenten eher abschrecke. Mitglieder des Glauchauer Jugendbeirates, der stets für fünf Jahre gewählt wird, sagten, dass man schon bereit sein sollte, längere Zeit mitzuwirken. Schließlich müsse man sich erst finden und wolle ja auch Vorhaben vom Vorschlag bis zur Umsetzung mitverfolgen. Allerdings gebe es durch Studium oder Ausbildung auch immer mal einen Wechsel.

Am Ende einigten sich die Zwickauer darauf, den Beirat erst einmal für ein oder zwei Jahre zu wählen und eine Nachrückerliste in der Hinterhand zu haben. Der Vorsitzende soll vorerst für sechs Monate aus den eigenen Reihen gewählt werden. Bewerben für den Beirat können sich junge Leute zwischen 14und 27 Jahren aus der Stadt.


Bau von Spielgeräten und Neuauflage der Landolympiade

Hanna Kögler (15) gehört zu den fünf Mitbegründern des Jugendbeirates Wildenfels. Viola Martin hat sich mit ihr über die Arbeit im Rat unterhalten.

Freie Presse: Wie viele Mitglieder sind seit der Gründung vor zweieinhalb Jahren noch dabei?

Hanna Kögler: Vier. Zurzeit sind wir neun Jugendliche im Alter von 13 bis 16 Jahren.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat?

Super. Wir berichten in jeder Sitzung über unsere Arbeit, haben auch Rederecht. Wir finden es gut, dass unsere Meinung und unsere Arbeit geschätzt werden. Zwei Stadträte stehen uns mit Rat und Tat zur Seite.

Was war Euer größter Erfolg?

Die verrückte Landolympiade vorigen Sommer in Wiesenburg. Die gibt's 2017 wieder.

Seid Ihr auch schon gescheitert?

Für unser Graffiti-Projekt haben wir nicht das erhoffte Geld von einer Stiftung erhalten. Wir haben aber nicht aufgegeben und uns um Spenden und einen Zuschuss der Kommune gekümmert. So konnten wir es trotzdem verwirklichen.

Woran arbeitet Ihr zurzeit?

Eltern haben uns auf einen heruntergekommen Spielplatz aufmerksam gemacht. Wir werden ihn verlegen und neu gestalten. Die Spielgeräte wollen wir zum Teil selbst bauen.

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