Justiz geht gegen Jugendgruppe vor

Nach seiner Festnahme Ende Juni hat die Zwickauer Staatsanwaltschaft nun Anklage gegen den 19-jährigen Ali H. erhoben.

Zwickau.

Der Rädelsführer einer kriminellen Jugendgruppierung aus Zwickau wird sich im September vor dem Amtsrichter verantworten müssen. Die Staatsanwaltschaft Zwickau hat am Donnerstag mitgeteilt, Anklage gegen den 19-Jährigen erhoben zu haben. Dem jungen Mann wird schwerer Raub in Tateinheit mit schwerer Körperverletzung vorgeworfen.

Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich offenbar um Ali H., der Mitte Juni von der Polizei festgenommen worden war. H. gilt als Kopf einer Jugendgruppierung, die mehrfach wegen Delikten aufgefallen ist, aber wegen ihrer ständig wechselnden Zusammensetzung von der Polizei nicht als Bande, sondern als lose Gruppe eingestuft wird. Unter anderem sollen die Jugendlichen am 29. Dezember 2017 an der Bushaltestelle Oberplanitzer Markt einen Mann verprügelt haben. Als er fliehen wollte, sei ihm die Gruppe mit Messern und Schlagwerkzeugen bewaffnet hinterher gerannt und forderte sein Handy und Fahrrad. In einem zweiten Fall soll Ali H. Anfang Juni 2018 vor den Arcaden einen Teilnehmer eines Junggesellenabschieds niedergeschlagen haben. Das Opfer wurde durch mehrere Fußtritte schwer am Kopf verletzt.

Die Staatsanwaltschaft teilte mit, dass der Angeklagte derzeit noch in Untersuchungshaft sitzt. Gegen zwölf weitere Tatverdächtige wird noch ermittelt. Der Verhandlungstermin vor dem Jugendschöffengericht ist für September geplant. Es ist weder die erste, noch die letzte Begegnung des 19-Jährigen mit der Zwickauer Justiz. Die Staatsanwaltschaft hat gegen ihn schon in drei weiteren Fällen Anklage erhoben. Dabei ging es um andere Taten, unter anderem um Nötigung, Drogen und Widerstands gegen Polizisten.

Verwirrung gab es in der Vergangenheit um die Nationalität von Ali H. Im Juni teilte die Polizei auf Anfrage mit, H. sei ein in Deutschland geborener Bundesbürger, ein Elternteil habe nordafrikanische Wurzeln. Auch die anderen Tatverdächtigen seien fast ausnahmslos Deutsche. In früheren Polizeiberichten war dagegen von arabischstämmigen Personen oder Nordafrikanern die Rede.

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