Kahlschlag in Eckersbach ärgert Mensch und Tier

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Von großen Gehölzen an der Straße und am Spielplatz in der Vogelsiedlung sind nur Stümpfe geblieben. Das ist für etliche Zwickauer ein Aufreger, für die Stadt aber eine wichtige Pflegemaßnahme.

Zwickau.

Von den großen Haselnussbüschen am Spielplatz neben dem ehemaligen Aldi-Markt in der Vogelsiedlung sind nur ein paar Holzstümpfe zu sehen. Auch andere Sträucher auf dem Gelände, beispielsweise an der Begrenzung auf der gegenüberliegenden Seite, sind bis fast auf den Erdboden abgesägt worden. "Warum beseitigt die Stadt diese Gehölze und damit das viele herrliche Grün?", fragt eine Leserin aus der Vogelsiedlung. Sie und etliche ihrer Bekannten würden sich darüber sehr ärgern, genau wie über die stark heruntergeschnitten Stellen im bewachsenen Hang an der Sternenstraße gegenüber vom Norma-Markt und dem Friedhof in Eckersbach.

Der Leiter des Zwickauer Garten- und Friedhofsamtes, Jörg Voigtsberger, berichtet, dass die Gehölz- und Baumpflegearbeiten sich in der Stadt aufgrund der naturschutzrechtlichen Vorgaben immer auf das Ende des Winters konzentrieren. "Und durch die Menge dieser Einsätze in kurzer Zeit werden sie von Bürgern besonders stark wahrgenommen", sagt er und versichert: "Unsere Mitarbeiter sind Fachleute. Sie erledigen den starken Rückschnitt mit viel Feingefühl, auch wenn Laien einen anderen Eindruck haben."

Der promovierte Gartenbauer erläutert, dass beispielsweise die Haselnusssträucher an besagtem Spielplatz zu ausufernd geworden seien und deshalb der Rückschnitt nötig gewesen sei. "Sie treiben dieses Jahr wieder aus und in zwei, drei Jahren gibt es dort eine dichte Hecke", sagt der Amtsleiter voraus. Andere Gehölze würden bis knapp über den Erdboden zurückgeschnitten, weil damit eine gute, mehrtriebige Verjüngung erreicht werde. Bei Blühsträuchern sei mit solch einer Maßnahme in den nächsten Vegetationsperioden auch wieder ein besserer Blütenansatz möglich.

Was den grünen Hang gegenüber vom Friedhof bis hinauf zum Norma-Markt anbetrifft, sagt Voigtsberger, dass dort jedes Jahr andere Teilflächen zur Erhaltung des Gesamtbestandes schrittweise zurückgeschnitten würden. Damit werde einer Überalterung und Verkahlung sowie dem vorzeitigen Absterben der Gehölze vorgebeugt. "Unsere Mitarbeiter haben auch Brombeergestrüpp mit entfernt, dass dort immer mehr wucherte. Außerdem wurden 120 Hartriegel, 15 Feldahorn sowie 15 Forsythien als Farbtupfer gepflanzt", sagt Voigtsberger.

Große Bäume, die keine Gefahr darstellen, seien überall stehengelassen worden. "Hier im Stadtgebiet können wir auf öffentlichen Flächen nicht alles ungehindert wuchern lassen. Wir müssen immer dafür sorgen, dass wir möglichst viel verjüngen und erhalten, aber auch die Verkehrssicherungspflicht mit im Auge haben", sagt er.

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