Keine Menschen!

Der ganz normale Schwansinn: Was Zwickau diese Woche bewegte

Die Tür fällt hinter dem euphorisiert wirkenden Mann ins Schloss.

"Mensch Martin, was hast du denn heute in Zwickau gemacht, dass du so gute Laune hast?"


"Ich hab an 'ner alten Straßenbahnklingel gezogen."

"Wie oft?"

"Dreimal."

"Martin!"

"Na gut, siebenmal. Hier, ich hab's fotografiert. Willste mal se..."

"Nee, lass mal, Schatz."

Die Tür fällt hinter dem Mann mit den leeren Augen und dem für alle Zeiten eingefrorenen Lächeln ins Schloss.

"Halloooo, was wollen Sie in meinem Haus!? Hilfe, Polizei!"

"Aber Liebling, ich bin's doch, dein Michael."

"Ach ... ja, ich kann mich dunkel erinnern. So hieß mein Mann, mit ich mal ZUSAMMENgelebt habe ... sag mal, wieso hast du denn eine Maurerkelle in der Hand?"

"Die hab' ich heute in Treuen geschenkt bekommen und fachmännisch in die Kameras gehalten. Da wird irgendwas gebaut."

"Na prima, wäre schön, wenn du Zuhause auch mal wieder Hand an irgendwas legen würdest."

"Aber du weißt doch, dass ich gerade keine Zeit habe, Liebling ... morgen ist auch wieder so ein voll gepackter Tag."

"Was steht denn an?"

"Keine Ahnung. Ich steig' immer dort aus, wo mein Chauffeur anhält, und rede mit den Leuten."

"Bestimmt triffst du dich wieder mit dieser Kerstin! Die konnte dich ja nicht schnell genug auf ihren Traktor bekommen."

"Ach Liebling ..."

Die Tür fällt hinter der Powerfrau ins Schloss, die jeden zu töten bereit ist, der sie so nennen würde.

"Jetzt hast du schon wieder die Tagesthemen verpasst, Barbara .... he, wieso hast du denn so einen Riesenscheck in der Handtasche? "

"Oh verdammt, den wollte ich im Klinikum Wiesen überreichen. Aber dann haben die alle so viel geredet, dass ich's glatt vergessen habe. Am schlimmsten war die Frau von der Lokalzeitung."

"Die kriegen ihr Geld auch so oder? Das Ding da ist nur Attrappe ."

"Na zumindest geben Sie bis nach der Wahl Ruhe, hat beim letzten Mal auch geklappt."

"Nu komm' aber noch ein bisschen aufs Sofa, wir haben schon lange nicht mehr ..."

"Boah, geh' mir bloß weg, ich kann keine Menschen mehr sehen."

Politiker-Partnerschaften in Wahlkampfzeiten - so kompliziert, verzwickt und zugenäht!

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