Keramik steht hoch im Kurs

Am Wochenende ging auf Burg Schönfels die 14. Auflage des Töpfer- und Kunsthandwerkermarktes über die Bühne. Auch das unfreundliche Wetter hielt die Besucher nicht ab.

Schönfels.

Dichte Wolken und immer wieder übers Land ziehende Regenschauer waren alles andere als gute Voraussetzungen für den Töpfer- und Kunsthandwerkermarkt auf der Burg Schönfels. Die Masse der Besucher schien das aber nicht zu stören. Viele kamen sogar schon vor der offiziellen Eröffnung, um an den Ständen nach dem einen oder anderen Stück Ausschau zu halten.

"Das ist ja nun keine Veranstaltung, auf der man sich stundenlang herumtreibt. Wir wissen was wir suchen, schauen uns natürlich auch noch ein wenig um. Und für den Fall, dass ein paar Tropfen fallen, haben wir immer noch einen Regenschirm dabei", meinte Freya Keller, die gemeinsam mit Ehemann Horst aus Zwickau gekommen war.


Ähnlich äußerte sich die Greizerin Viola Späth. "Ich besuche diesen Markt seit etlichen Jahren und bin bei einer Töpferin schon Stammkundin. Diesmal habe ich mir im Vorfeld bei ihr eine ganz bestimmte Teller-Tassen-Kombination bestellt. Die hätte sie mir auch zugeschickt, aber ich wollte einfach ein wenig mit ihr schwatzen und mich auch so noch etwas umsehen. Es ist toll hier", schwärmte sie.

Solche Worte dürften Veranstalterin Peggy Nothnagel freuen. Zum 14. Mal hatte sie Töpfer und Kunsthandwerker um sich geschart und so eine bunte Vielfalt handwerklichen Schaffens auf die Burg geholt. "Es sind wieder 55 Teilnehmer. Mehr geht aus Platzgründen nicht. Wir wollen ja auch nicht, dass die Stände aneinander gequetscht sind und sich die Leute durchquälen müssen, das bringt nichts", sagte Nothnagel, selbst Inhaberin eines Töpferhauses in Großpösna. An Interessenten zur Teilnahme am Markt auf Burg Schönfels mangele es nicht. Erstaunlicherweise gebe es aber in einer doch relativ großen Stadt wie Zwickau keinen Töpfer. "Da kann man nichts machen. Ansonsten lege ich schon großen Wert darauf, dass sich einheimische Handwerker hier präsentieren können. Zum Beispiel die Planitzer Drechslerei Baumann, die schon zum lebenden Inventar dieses Marktes gehört." Zugleich achte sie darauf, dass nicht Jahr für Jahr immer dieselben Kunsthandwerker auf der Burg anzutreffen sind, sondern in dieser Hinsicht stets etwas Abwechslung herrscht. Auch Trends spielen dabei eine Rolle. Peggy Notnagel: "Besonders gefragt ist im Moment größere Gartenkeramik. Dabei setzen die Leute auf Kreativität und Individualität."

Diese Schiene fährt auch Andrea Grahlmann aus der Region Oberharz, die erstmals mit einem Stand in Schönfels vertreten war. Allerdings nicht selbst. "Meine Frau töpfert in der Werkstatt, ich kümmere mich seit zwei Jahren um den Verkauf auf Märkten. Anders ist das Ganze zeitlich und vom Arbeitsumfang her für uns nicht auf die Reihe zu bringen", so Folkert Grahlmann.

Einen, der von Anfang an auf der Burg mit dabei war, suchten Stammbesucher des Töpfer- und Kunsthandwerkermarktes diesmal allerdings vergeblich: Töpfer Nikolaus Spies. "Er ist erst vor wenigen Tagen verstorben. ,Niki' war bekannt wie ein bunter Hund und im Kollegenkreis sehr beliebt. Zum Gedenken haben wir deshalb an der Stelle, wo er eigentlich seinen Stand aufbauen sollte, eine Laterne hingestellt", erklärte Peggy Nothnagel den Hintergrund der ungewöhnlichen Aktion.

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