Kinder sehen Provisorien als Abenteuer

In der Kita "Rainbow" in Wildenfels sind zurzeit Handwerker zugange. Die Steppkes genießen derweil in Härtensdorf ihren Landurlaub.

Wildenfels.

Gewusel herrschte gestern auf dem Sportplatz im Wildenfelser Ortsteil Härtensdorf. Kinder spielten Fußball und Riesenmikado, übten sich im Hüftschwung mit dem Hula-Hopp-Ring und versuchten, mit einem bunten Tuch den Wind zu fangen. Die Mädchen und Jungen nutzen den Platz gleich neben ihrem Kindergarten-Ausweichquartier als Riesenspielwiese.

"Wir mussten unsere Kita ,Rainbow' leer ziehen, weil darin zurzeit Bauarbeiten laufen", berichtet die Leiterin des Fremdsprachenkindergartens der Gesellschaft zur ganzheitlichen Bildung, Lisanne Klemet. "Diesen Umzug haben wir unseren Schützlingen bereits vorher als Landurlaub schmackhaft gemacht. Sie haben sich richtig darauf gefreut. Für sie ist das alles ein Abenteuer."

Für die Erwachsenen dagegen war das Einrichten der Ausweichquartiere eine Herausforderung. Am 29. Juni mussten viele Möbel, Spielsachen, Teppiche, Schlafmatten und eine Kücheneinrichtung ins ehemalige Mehrgenerationenhaus in den Ortsteil Härtensdorf gebracht werden. An dem Freitag waren die meisten Steppkes Mittagskinder, sodass der Nachmittag zum Umzug genutzt werden konnte. "Für den Kindergartenbereich haben wir das Haus in Härtensdorf hergerichtet, für die Krippe unser ABC-Haus gleich nebenan", sagt Lisanne Klemet. Sie erzählt, dass Erzieherinnen, Hausmeister auch aus anderen Kitas sowie Mitarbeiter des städtischen Bauhofs und viele Eltern kräftig mit zugepackt haben. "Auch der Bürgermeister hat geholfen. Am Ende hat die Junge Gemeinde Härtensdorf alle zum Vesper eingeladen."

90 Kinder werden im "Rainbow" betreut. Zurzeit sind aber etliche im Urlaub, andere bei Großeltern. So besuchen nur 45 Steppkes den Kindergarten und 14 die Krippe. Die Großen in Härtensdorf sind ganz stolz darauf, dass sie jetzt sogar ein Kinderrestaurant haben.

In der Kita an der Weststraße verlegen derweil Mitarbeiter der Zwickauer Firma Haustechnik Einert Leitungen und montieren Heizkörper. "Wir liegen gut in der Zeit", sagt Mitarbeiter Ronny Becker. Bürgermeister Tino Kögler (parteilos) berichtet, dass die Nachtspeicherheizung rausgekommen ist und Gas-Brennwerttechnik sowie Pufferspeicher zur solaren Erwärmung von Wasser und zur Heizungsunterstützung eingebaut werden. Das gut 100.000 Euro teure Vorhaben wird zu 75 Prozent gefördert. Anschließend erfolgen noch Renovierungsarbeiten, auch im Garten wird einiges verändert. Kögler freut sich, dass alles so gut läuft, obwohl es durch die Sperrung der Wildenfelser Ortsdurchfahrt gar nicht so einfach für die Eltern ist, ihre Sprösslinge in die Ausweichquartiere zu bringen. Einige bilden Fahrgemeinschaften, andere kommen mit Rad oder zu Fuß.

Am 17. August, wenn das ganze Vorhaben bewältigt ist, soll es ein großes Kinderfest im "Rainbow" geben, zu dem auch alle eingeladen werden, die sich bei den Bauarbeiten und dem Umzug engagiert haben.

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