Kirchberger feiern bei jedem Wetter

Auch das eher herbstliche Wetter konnte den dem 26. Altstadtfest nichts anhaben. Ab Mittag bevölkerten zahllose Schaulustige die Plätze und Straßen.

Kirchberg.

Obwohl das Kirchberger Altstadtfest auch mit einer ganzen Reihe lautstarker Programmpunkte aufwarten konnte, waren die heimlichen Stars des Tages ziemlich stumm: Im Meisterhaus präsentierte die Interessengemeinschaft Textil- und Heimatmuseum nicht nur die bislang als verschollen geglaubte Tuchmacherlade aus dem Jahr 1745, gezeigt wurde auch die Innungsfahne, die die Jahreszahl 1839 trägt.

Insbesondere die Truhe weckte das Interesse heimatkundlich interessierter Museumsbesucher. "Wir freuen uns ungeheuer, dass uns die Nachfahren von Ernst Hugo Rothe, der letzter Obermeister der Kirchberger Tuchmacherinnung war, dieses schöne Stück samt Inhalt für einige Zeit zur Verfügung gestellt haben. Bis Anfang November können Neugierige jetzt einen Blick auf die Sachen zu werfen", sagte Christa Kolbe von der Interessengemeinschaft. Rothe war auch der Letzte seiner Zunft, der am 7. Juli 1946 den abschließenden Eintrag im Protokollbuch der Innung vornahm. Zum weiteren Inhalt der Truhe gehören unter anderem die von 1892 stammenden Statuten der Innung sowie die Kopie einer Urkunde zur Innungsgeschichte von 1610. Christa Kolbe: "Für uns gab es im Vorfeld der Ausstellung noch eine riesige Überraschung. Am Freitag haben wir auch noch die Innungsfahne als Leihgabe erhalten. Die beiden Sachen passen natürlich wunderbar zusammen." Die Fahne wurde am 31. Oktober 1839, dem Reformationstag, geweiht. Auch hier war es wieder Hugo Rothe, der das gute Stück für die Nachwelt erhalten hat.

Wem weniger an musealen Kostbarkeiten, dafür mehr an Unterhaltung gelegen war, kam beim Altstadtfest ebenso auf seine Kosten. Immerhin gab es bei der Stadtsause rund 100 Stände von meist ortsansässigen Unternehmen, Vereinen und Institutionen, an denen geschlemmt, gespielt oder zugeschaut werden konnte. Als der Renner unter den Getränken erwies sich in diesem Jahr übrigens Glühwein, der in Anbetracht der doch etwas kühlen Temperaturen zahlreiche Abnehmer fand.

Für eine lautstarke Geräuschkulisse sorgte die Reichenbacher Schalmeienkapelle mit ihren markanten Klängen. Und das Kirchberger Gesangsduo "Murmelmädchen" überraschte die Festbesucher mit der Premiere eines Liedes über die heimische Siebenhügelstadt. Jens Prager, Hauptamtsleiter und Mitorganisator des Festes, zog eine positive Bilanz. "Mit dem anfänglichen Nieselregen war es glücklicherweise recht schnell vorbei. Wir freuen uns, dass letztendlich wieder so viele Leute zum Altstadtfest gekommen sind und hier ein paar schöne und abwechslungsreiche Stunden verbracht haben." Einer der geplanten Programmpunkte fiel trotzdem ins sprichwörtliche Wasser: die 1. Sieben-Hügel-Mountainbiketour. "In Anbetracht des gemeldeten Regenwetters gab es einige Absagen. Wir werden die Tour aber auf alle Fälle nachholen", sagte Fahrradhändler André Kramer.

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