Kirche hilft Eltern aus der Krise

Die Ehe- und Familien- beratung gibt Betroffenen Tipps zur Bewältigung von Problemen. Das Angebot gibt es seit rund 30 Jahren.

Zwickau.

Die Familie ist für die Kirche die Keimzelle der Gesellschaft. Was passiert aber, wenn die größte Herausforderung, die Erziehung der Kinder, zu Ende ist? - Viele Paare durchleben dann eine Krise.

Schon das erste Kind bedeutet für junge Eltern eine Herausforderung. Das ist dann ein Fall für die Ehe- und Familienarbeit (EFA), ein regionales Angebot des Kirchenbezirkes Zwickau. "Es ist ein Angebot rund um das Thema Familie und Christsein", beschreibt es Diakon Lutz Günther. Klassische Beratung spielt dabei nicht die Hauptrolle. Der Ansatz ist ein anderer. Vor allem Rüstzeiten (Freizeitgestaltung) sind ein wesentlicher Bestandteil der Arbeit. "Wir führen diese in unterschiedlichen Konstellationen durch", sagt der 51-jährige Diplom-Religionspädagoge. Je nachdem, wo die Probleme liegen, wird zum Beispiel Vätern mit Kindern, Großeltern mit Enkeln, Paaren mit Kindern und jungen Paare sowie solchen, die es werden wollen, und natürlich ganzen Familien Raum und Zeit geboten. Es geht darum miteinander zu reden, zu spielen und das Leben jenseits des Alltags zu teilen. Mehr Zeit miteinander verbringen können Paare auch bei traditionellen Veranstaltungen wie Theater-, Musik- und Filmabenden, aber auch bei einem Candle-Light Dinner, das nicht nur kulinarische Maßstäbe setzt, sondern auch mit einem kleinen künstlerischen Programm begleitet wird. Ziel dieser Angebote ist es, Konflikten vorzubeugen und Hilfe zur Bewältigung von Krisen zu bieten.

Außerdem beabsichtigt Lutz Günther regelmäßige Besuche bei den Kirchenvorständen, um die Gemeindearbeit vor Ort auf "Barrierefreiheit" für Familien abzuklopfen. "Wenn notwendig, unterstütze ich die Mitarbeiter bei der Suche nach konkreten Schritten oder auch bei der Entwicklung grundlegender Konzepte", sagte er.

Die Familienarbeit hat im Kirchenbezirk Zwickau eine lange Tradition. Mehr als 30 Jahre gestaltete Diakon Manfred Dietrich die Ehe- und Familienarbeit im Kirchbezirk Zwickau, die im Jugendpfarramt aus der Taufe gehoben worden war. Nach dessen Ruhestand übernahm Lutz Günther vor etwa zwei Jahren diese Aufgabe. Er hatte zuvor viele Jahre mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet. "Da hatte ich zwangs- läufig auch mit Familien zu tun", sagt er. Dabei ist die Tätigkeit für ihn mehr als ein Beruf - es ist eine Berufung. Wie er dazu kam ist, einfach erklärt: "Gott hat mich da reingeschubst." Bis heute findet er die Arbeit spannend. Und er muss nach eigener Aussage darauf achten, selbst genügend Zeit für seine Ehefrau und die vier zum Teil schon erwachsenen Kinder zu finden.

Die nächsten Veranstaltungen sind schon geplant. Am 18. Juni wird ab 10 Uhr zum EFA-Familientag nach Bärenwalde eingeladen. Freie Plätze gibt es auch noch für Rüstzeiten. www.efazwickau.de

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