Kleiner Verein plant großen Treff

Familiär und gemütlich: So soll es zugehen, wenn im August die Fahrer von Trabi und Co. in Zwickau zusammenkommen. Zumindest für die Gäste.

Zwickau.

550 Autos - mehr werden es nicht. So hatten es sich Thomas Winkelmann und seine Mitstreiter gedacht. "Mehr gibt die Szene nicht her, die Leute haben ja alle auch Familie und Beruf." Doch schon im vergangenen Jahr ging diese Rechnung nicht auf. Genau 651Fahrzeuge wurden zum Trabi- und Ostfahrzeugtreff auf dem Zwickauer Flugplatz angemeldet.

Ein bisschen bange blicken Winkelmann, Vorsitzender des Trabant-Club Zwickau, und sein Stellvertreter Sascha Werner in die nahe Zukunft. Vom 23. bis zum 25. August findet die zwölfte Auflage der scheinbar immer beliebteren Veranstaltung statt. Einerseits freut die rührigen Autoschrauber natürlich der Zuspruch. Andererseits sind sie auch nur 19 Leute im Verein, die diese Veranstaltung stemmen müssen. Erholsam werden die drei Tage für die Zwickauer damit wohl kaum.


Umso erholsamer sollen sie für die Teilnehmer werden, denn der Treff versteht sich eher als eine Art Familienzusammenkunft. Gelegenheiten zum Austausch über das gemeinsame Hobby stehen da im Vordergrund. Damit die Kinder sich bei den Benzingesprächen der Eltern nicht langweilen, kommen sie mit Hüpfburg, Kinderschminken und anderen Aktionen auf ihre Kosten. "Wir sind kein Festival, bei dem man es drei Tage lang krachen lässt", sagt Sascha Werner. Das Flair entsteht eher über eine gewisse Art von Gemütlichkeit, wenn ganze Familien bei ihren liebevoll aufgemöbelten Autos zelten.

Auch wenn der Trabant-Club hinter der Veranstaltung steht: Willkommen sind alle Besitzer von Ostfahrzeugen. Dabei hat Winkelmann festgestellt, dass sich eine Art von Nostalgie viel eher bei den Besuchern auf dem Festgelände breit macht. "Bei den Teilnehmern selbst steht eher die Technik im Vordergrund." Dabei, so ergänzt Werner, legen besonders ältere Besitzer von DDR-Fahrzeugen Wert darauf, die Gefährte möglichst original zu erhalten und sie nicht zu (ver-)basteln. Gerade das mache ja den Charme dieser Autos aus, dass man es selbst reparieren kann, wenn etwas kaputt geht. So musste das in der Mangelwirtschaft ja auch funktionieren.

Woher die heutige Freude an Trabi und Co. kommt, erklärt Thomas Winkelmann so: "Die Autos wurden sehr lange gebaut. Damit verbinden hier einfach noch sehr viele Menschen Erinnerungen." Er selbst übrigens kennt den Trabant unter anderem aus der Schule - dem UTP, dem Unterrichtstag in der Produktion, bei dem viele Westsachsen auch an Trabantteilen arbeiteten. Außerdem besitzt Winkelmann noch immer die "Rennpappe", mit der er seine Kindheit verbracht hat.

Freitag ab 9 Uhr ist Anreise zum Treff, dann können auch Besucher auf den Platz. Sie zahlen einen Eintritt von 5 Euro, Kinder zahlen nichts. Für die Vereinsmitglieder beginnt dann eine anstrengende Zeit. Doch sie müssen den Aufwand nicht allein stemmen: Die Freiwillige Feuerwehr aus dem Stadtteil Auerbach ist seit Jahren ein unverzichtbarer Helfer. Nicht nur weil die Retter im Notfall zur Stelle sind. "Sie bringen auch zwei Gulaschkanonen und einen Grill mit", sagt Sascha Werner. Das ist bei so einem Treffen fast genau so wichtig wie blankgewienerte Trabants und ein dichtes Zelt.

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