Kommunen zeigen wenig Interesse an Elektroautos

Wenn 17 Autos für Testfahrten unterwegs sind, sorgt das in der Regel für Lärm. Nicht so bei einer Wilkau-Haßlauer Firma. Dort hörte man allenfalls ein leises Surren.

Wilkau-Haßlau.

Das Unternehmen Autoservice Demmler in Wilkau-Haßlau hatte einen Teil seiner Flotte an Elektroflitzern im Rahmen der Tage der Elektromobilität für Probefahrten zur Verfügung gestellt. "Das Angebot wurde gut genutzt", sagte Mitarbeiterin Franziska Freche. Manch einer der Testpiloten sei mit einem Aha-Erlebnis wieder aus dem Auto ausgestiegen oder mit der Erkenntnis, dass sich Elektroautos "ganz anders fahren lassen", als bisher gedacht.

An zwei Tagen wurde das Interesse an kohlenstofffreier Mobilität mit einem Informationsstand geweckt, der vom Bundesministerium für Verkehrs gefördert wurde. Standbetreuerin Silke Wilhelm von der Nationalen Organisation Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NOW) reist derzeit mit der "Roadshow" durchs Land und informiert dabei über Chancen und Alltagstauglichkeit von Elektroautos und darüber, welchen Beitrag diese bei neuen Verkehrskonzepten leisten können. Diskussionen mit Besuchern sind dabei durchaus erwünscht. Das Beratungsangebot der NOW richtet sich nicht nur an Privatpersonen, sondern vor allem an Kommunen, die beim Einstieg in die Elektromobilität unterstützt werden sollen.


Die Organisation prüft unter anderem Konzepte von Städten und Gemeinden auf Förderfähigkeit, die ihren Fuhrpark mit Elektrofahrzeugen ergänzen wollen. Daher konnte der Leiter des Straßenverkehrsamtes des Landkreises Zwickau, Dieter Heise, am Freitag ein "Starterset Elektromobilität" entgegennehmen. Darin enthalten sind verschiedene Broschüren, umfassendes Informationsmaterial sowie Ergebnisse der Begleitforschung und von Nutzerbefragungen.

Das Landratsamt testet seit April 2015 an seinen drei Standorten jeweils ein Elektromobil. "Nach dem Abschluss des Testbetriebes und einer Auswertung unter anderem von Laufleistung und Kosten, wird über die Anmietung weiterer Fahrzeuge entschieden", sagte Pressesprecherin Ilona Schilk.

Deutlich zurückhaltender gibt man sich in der Stadtverwaltung Zwickau. "Derzeit sind keine Elektro- oder Hybridfahrzeuge im Einsatz", sagte Heike Reinke von der Pressestelle. Die Anschaffungskosten seien zu hoch und die Miete oder Leasingraten kaum wirtschaftlich vertretbar. Zudem fehlten Tankmöglichkeiten. Das und die auf etwa 150 Kilometer begrenzte Reichweite sieht man auch im Landratsamt kritisch und setzt die Fahrzeuge vorsichtshalber nur bei Dienstfahrten im Kreis ein.

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