Kontroverse um Zirkustiere ebbt ab

Nach heftigen Protesten in Zwickau gegen den Zirkus Krone 2017 fällt nun beim Gastspiel des Zirkus Probst alles kleiner aus.

Zwickau.

Noch bevor die Zelte und die rund 60 Tiere überhaupt in der Muldestadt eingetrudelt sind, wendet sich am vergangenen Samstag die Tierschutzpartei an die "Freie Presse". Der Zwickauer Regionalgruppenleiter Matthias Sawert kritisiert die Unterbringung der Tiere im Zirkus Probst, die "niemals den tierschutzrechtlichen Bestimmungen entsprechen kann", und fordert ein sofortiges Verbot von Tierzirkussen. "Artgerecht ist nur die Freiheit", heißt es in dem Schreiben.

Eine Petition, Zirkusse mit Wildtieren in Zwickau nicht mehr auftreten zu lassen, ist 2017 vom Hauptausschuss abgelehnt worden. Auslöser damals war ebenfalls ein Probst-Gastspiel. Wie sich die Rückkehr nach Zwickau anfühlt? "Gut", sagt Sprecher Mathijs te Kiefte. Zwickau sei ein sehr guter Spielort, die Besucher seien aufgeschlossen und interessiert. An Proteste der Tierschützer sei man inzwischen gewöhnt. Wir laden jeden ein, sich selbst unsere Tiere anzusehen, sich selbst ein Bild zu machen", sagt te Kiefte. "Wir sind ein transparenter Zirkus." Außerdem würde keine andere Tierhaltung so streng und häufig kontrolliert, wie die von Zirkustieren. "Ich bin Holländer, habe dort im Staatszirkus gearbeitet. Da kam nie ein Tierarzt. Hier in Deutschland haben wir 41-mal im Jahr Besuch vom Amtstierarzt", sagt te Kiefte. Er begrüße das, so beuge man Missständen vor.

Heftige Proteste von Tierschützern, allerdings auch von der rechtsextremen Partei Der III. Weg gab es in Zwickau zuletzt im September 2017 gegen das Gastspiel des Zirkus Krone. Das Unternehmen sprach danach von der größten Anzahl zerstörter Plakate, die man jemals gezählt habe. Kaputte Plakate gab es bisher beim Zirkus Probst nicht, Kundgebungen wurden bisher auch noch nicht beim Landratsamt angezeigt. "Beim Zirkus Krone ist es ex-trem", sagt Stephanie Probst aus der Zirkusdynastie. "Gegen die läuft eine richtige Kampagne. Das geht hin bis zu Morddrohungen und hat nichts mehr mit Kritik oder sachlichem Auseinandersetzen zu tun."

Probst beginnt seine Vorstellungen heute um 16 Uhr und bleibt bis Sonntag auf dem Platz der Völkerfreundschaft. Das Programm führt durch 250 Jahre Zirkusgeschichte, Tierdressuren inklusive.

Bewertung des Artikels: Noch keine Bewertungen abgegeben
0Kommentare
Um zu kommentieren, müssen Sie angemeldet und Inhaber eines Abonnements sein.



    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus. An alle Adblocker

    Bitte schalten Sie ihren AdBlocker aus.
    Mehr erfahren Sie hier...