Kraftwerk erhält neuen Miteigner

Die Zwickauer Energieversorgung besitzt seit Januar die Mehrheit an der Biomasse-Anlage Zwickau-Süd. Demnächst bekommt das Unternehmen einen neuen Partner an seine Seite.

Zwickau.

Der Strom- und Gasversorger Envia M will sich am Biomasse-Heizkraftwerk in Zwickau beteiligen. Geplant ist, zum Jahreswechsel die Anteile des bisherigen Miteigners zu übernehmen. Entsprechende Verträge haben gestern die Geschäftsführer der Zwickauer Energieversorgung (ZEV), Volker Schneider und André Hentschel, sowie der Vorstandschef der Envia M, Tim Hartmann, unterschrieben. Die Aufsichtsräte beider Unternehmen hatten dem Einstieg zuvor zugestimmt.

"Mit der geplanten Beteiligung am Biomasse-Heizkraftwerk Zwickau treiben wir unsere Strom- und Wärmeerzeugung aus erneuerbaren Energien weiter voran. Wir pflegen mit der Zwickauer Energieversorgung seit vielen Jahren enge Geschäftsbeziehungen", erklärte Andreas Auerbach, Vorstand bei Envia M. Zum Kaufpreis wollte das Unternehmen nichts sagen. "Wir haben Stillschweigen vereinbart", so Pressesprecher Stefan Buscher.

Die gestern per Unterschrift fixierte Beteiligung bezieht sich auf die Heizkraftwerk Zwickau Süd GmbH & Co. KG - diese Firma betreibt die Zwickauer Biomasse-Anlage. Seit Jahresbeginn hält die ZEV bereits 60 Prozent der Anteile an der Gesellschaft. Der bisherige Mitgesellschafter CEE aus Hamburg hatte vor einiger Zeit angekündigt, all seine Anteile zu verkaufen.

"Envia M ist unser Wunschpartner. Das Unternehmen verfügt über sehr viel Wissen und Erfahrung beim Betrieb von Kraftwerken. Dies ist für die Weiterentwicklung unseres Biomasse-Heizkraftwerks in Zwickau von großem Nutzen", sagte Volker Schneider. Allerdings, so Co-Geschäftsführer André Hentschel, seien die Verhandlungen nicht immer ganz leicht gewesen.

Dass die Unterschriften unter den Vertrag gestern gesetzt wurden, war kein Zufall: Die ZEV feierte mit einem Festakt im Rathaus ihr 25-jähriges Bestehen - und erntete viel Lob und gute Wünsche. Laut Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) habe sich die ZEV nicht nur unternehmerisch weiterentwickelt -neben der Wärmeversorgung kamen auch die Strom- und Erdgaslieferung hinzu -, sondern sie sei auch eine treibende Kraft in der Region.

300 Millionen Euro habe das Unternehmen in die Infrastruktur investiert. Es unterstütze Kultur, Vereine und den Sport in Zwickau. Und: Die ZEV habe sich stark in die Stadtentwicklung eingebracht, vor allem in Bezug auf den flächendeckenden Abriss in den Plattenbaugebieten.

"Die ZEV gehört zu den Firmen, die sich hier aktiv engagieren", so Findeiß. Das Unternehmen sei zuverlässig, ehrlich, verbindlich, lobte auch Envia-M-Vorstand Hartmann: "Ein Glücksfall für die Region."

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