Kreis erhält Geld für die Digitalisierung von Schulen

Als erster Schulträger in Deutschland hat der Landkreis Zwickau 3,6 Millionen Euro aus dem Digitalpakt Schule erhalten. Der Haken: Die Folgekosten sind enorm.

Kirchberg.

Deutschlandpremiere am Mittwochmorgen im Kirchberger Christoph-Graupner-Gymnasium: Als erster Schulträger bundesweit nimmt der Landkreis Zwickau Fördergeld aus dem Digitalpakt Schule entgegen. Man habe schnelle und gute Vorarbeit gemacht, sagt Landrat Christoph Scheurer (CDU). Für 16 berufs- und allgemeinbildende Schulen des Kreises gibt es insgesamt 3,6 Millionen Euro. Mit dem Geld soll die digitale Ausstattung der Bildungseinrichtungen verbessert werden.

Aber wer jetzt an Tablet-Klassen, Computerkabinette und digitale Tafeln denkt, liegt nicht ganz richtig. Das Geld ist zunächst vor allem für die Infrastruktur vorgesehen, also für Leitungen, Router und Repeater. Man müsse eine W-Lan-fähige Umgebung in den Gebäuden schaffen, ehe man über den Einsatz von beispielsweise Tablets spreche. Für den Kauf von Geräten sind deutlich weniger als zehn Prozent der Fördersumme vorgesehen.


Über solche Anschaffungen werde man sich demnächst unterhalten müssen, sagte Landrat Scheurer, wobei zahlreiche Fragen noch ungeklärt seien. Die zur Verfügung stehende Unterrichtssoftware sei im Vergleich zum Start des Digitalpakts 2016 deutlich besser, dennoch stelle sich die Frage, welche Geräte benötigt werden und wie der Bedarf in den Schulen aussieht. Und natürlich geht es um Geld. "Beispielsweise muss geklärt werden, wer die Materialien beschafft und wer bezahlt, wenn ein Gerät kaputtgeht", sagt Scheurer und verweist auf das Taschenrechner-Urteil, wonach Lernmaterialien Eltern nicht in Rechnung gestellt werden dürfen. Fallen Tablets auch darunter? Und wie beteiligen sich Land und Schulträger daran? "Das sind Fragen, auf die Antworten gefunden werden müssen", sagt der Landrat. Für die Neuanschaffung von digitalen Endgeräten fallen allein in den 16 kreiseigenen Schulen den Berechnungen zufolge 1,2 Millionen Euro an - pro Jahr.

Hinzu kommen Kosten für Gigabit-Anschlüsse, für Software sowie für neu eingestellte Techniker, die die Wartung übernehmen. Insgesamt 2 Millionen Euro dürften so pro Jahr als Folgekosten zusammenkommen, hat eine interne Berechnung des Landkreises ergeben. Bisher investierte man gerade einmal 250.000 Euro pro Jahr in Schulbücher und Arbeitshefte. "Ich bin weder ein Gegner des analogen Unterrichts, noch ein Gegner des Frontalunterrichts", sagte Scheurer. "Aber in der Schule gibt es immer Erweiterungen, die Sinn ergeben und deshalb nötig sind."

Mit dem Digitalpakt fördert der Bund mit 5 Milliarden Euro die Digitalisierung von Schulen. 250 Millionen Euro stehen für den Freistaat Sachsen zur Verfügung.

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